Ein Jahr der Ideologen

2016 hatte seine Licht- und Schattenseiten – auch auf dem Gebiet der Jagd. Zeit, ein Resümee zu ziehen!

Jahr 2016

Auch für die Jagd war 2016 kein gutes Jahr. Die immer dreisteren Versuche, die älteste Form menschlichen Nahrungserwerbs gesellschaftlich zu ächten, sind zwar haltlos, fallen aber auf fruchtbaren Boden.

Jägerinnen und Jäger werden als „Mörder“ diffamiert. Staatsanwälte und Gerichte schweigen dazu. Neue Jagdgesetze tragen die Handschrift der Jagdgegner und die Mehrheit in den Parlamenten nimmt das schier klaglos hin. Die breite Öffentlichkeit nimmt selbst Lügen für wahr, ist zunehmend ahnungslos und fühlt sich gut dabei.

Der fatalste Irrtum ist die Vorstellung, dass es die Natur schon richten wird, wenn wir Menschen nicht eingreifen. Das mag stimmen, führt aber dazu, dass wir unsere Welt dereinst nicht wiedererkennen werden. Wer die Jagd verbieten will, weil sie Tiere um ihr Leben bringt, der muss auch den Straßenverkehr verbieten, weil er Tiere tötet. Und letztendlich den Menschen, der unsere Natur nach seinen Zwecken gestaltet, seit es Menschen gibt.

Zu Ende gedacht bedeutet das angestrebte Weltbild Kapitulation vor dem Hunger und Verteilungskampf um die wenigen Ressourcen, die eine vermeintlich korrekte Lebensweise uns noch ließe. Der Satz, dass Armut das größte Lebensrisiko sei, wird sich bestätigen. Sicher nicht nur wegen der Ächtung der Jagd, aber wegen einer Auffassung vom Leben, die dem Menschen das Überleben schwer macht.

Wahr ist allemal die Tierrechtler-These, dass der Mensch das Raubtier schlechthin ist. Das gilt, seit es Menschen auf dem Globus gibt. Sie haben gelernt, sich von Tieren zu ernähren und sich gegen Tiere zu schützen. Sie betreiben Ackerbau in Konkurrenz zu natürlichen Lebensräumen. Sie bekämpfen Parasiten und Nahrungskonkurrenten. Sie geben der eigenen Art Vorrang vor dem Überleben anderer Arten.

In solchem Selbsterhaltungstrieb unterscheiden sich Jäger kaum vom Rest der Menschheit. Sie sind nur näher an der Realität, weil sie den Zusammenhang zwischen Töten und Überleben nicht verdrängen. Jagd mag eine archaische Form dieses Überlebens sein, aber sie ist ehrlicher als der Selbstbetrug, dass es Lebensformen gäbe, die nicht letztendlich Mitgeschöpfe ihrer Lebensgrundlagen berauben.

Die neue Hybris, sogar Früchte nur noch dann zu verzehren, wenn sie von selbst vom Baum gefallen sind, ist da ein gutes Beispiel: Wer mag sich die so drohenden Verteilungskämpfe um das Fallobst vorstellen? Und die Depressionen der Menschen, die sich ein derart korrektes Dasein nicht leisten wollen und deshalb in Acht und Bann fallen.

Bekenntnis zur Jagd

Wer den Armen in Entwicklungsländern ein Leben unter Raubtieren zumuten will, wird ebenso an momentan gern verleugnete Gewissensfragen geraten wie der Wohlstandsbürger, der verdrängt, dass eine wachsende Zahl seiner Mitbürger zu arm ist, um seinen religionsgleichen Dogmen zu folgen. Mag er sich die Frage auch nur vorstellen, ob das Lebensrecht der Tiere auch für Menschen gilt?

Die Jagd ist sicher nur eine Facette einer Antwort. Aber sie ist einer der ganz wenigen Lebensbereiche, der den Konflikt der Überlebensstrategien nicht verleugnet – und auch nicht die Instinkte, die der Spezies Mensch ein höchst erfolgreiches Überleben möglich machten. Und sie hat modischen Ernährungsformen die Erfahrung voraus, dass der Mensch nur wirksam schützt, was er auch nützen darf.

So wie die Debatte läuft, wird die Jagd dann auf der Strecke bleiben, wenn wir unsere Motive auf Schlagworte wie den „angewandten Naturschutz“ reduzieren. Geboten ist das Bekenntnis zu einer Lebensform, die zu ihren Wurzeln steht und Ideologien den wesentlichen Pluspunkt voraus hat, dass sie sich über die Menschheitsgeschichte als Überlebensstrategie bewährt hat.

Mag sein, dass Jäger einem Instinkt folgen, der heute nicht mehr überlebensnotwendig ist. Aber dieser Instinkt hilft bis heute hervorragend gegen den Irrglauben, dass die Menschheit ohne Jagd friedfertiger oder gar klüger wäre. So wahr uns irgendwann die Schweine beißen, wenn sich der narzistische Zeitgeist durchsetzt, und die alte Weisheit, dass jeder im Rahmen des Sozialverträglichen nach seiner Façon leben darf, zur Einbahnstraße für geschäftstüchtige Talkshow-Ideologen werden sollte.

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