Für die Füchse 

Seit die Luxemburger in diesem Sommer das generelle Jagdverbot auf 
Füchse um ein weiteres Jahr verlängert haben, kochen auch bei uns in 
Deutschland die Emotionen hoch. Dabei zeigt kaum eine andere Tierart, 
wie sehr Jagd zum Artenschutz gehört – und auch zum Schutz der Menschen.

Jungfüchse

Foto: Karl-Heinz Fritschek

Emotionen gefragt? Bitteschön: Um die Fuchspopulation einzudämmen, 
brauchen wir viel mehr Wölfe. In der Natur ist der Wolf der ärgste Feind 
der Füchse, tötet diese, wo er sie nur kriegen kann. Und aus 
Tierschützer-Sicht ohne vernünftigen Grund: Dass Wölfe Füchse fressen, 
kommt nur äußerst selten vor. Und Wölfe im Fuchspelz sind in der 
Wildbahn nicht anzutreffen. 



Solche Polemik zeigt: Die angebliche Selbstregulierung natürlicher 
Lebensgemeinschaften wird bei vernünftiger Betrachtung zur Chimäre. 
Natur reguliert sich in der Tat von selbst, aber nur selten im Sinne von 
Artenvielfalt. Oder gar von einem friedlichen Zusammenleben der 
Kreaturen. Und schon gar nicht im Sinne einer Kulturlandschaft, die auch 
den allermeisten Naturfreunden vorschwebt – artenreich, schön anzusehen 
und ohne größere Risiken für Mensch und Tierwelt. 



Zurück zum Fuchs: Wer ernsthaft bestreiten will, dass dichte 
Populationen der kleinen Räuber dem Niederwildbestand arg zusetzen, der 
verleugnet natürliche Vorgänge, macht bedrohte Arten wie Rebhühner oder 
Feldhasen zum Freiwild. Die eher sinnlose Debatte über andere Ursachen 
des Artensterbens geht als Ausrede nicht durch. Ob Straßenverkehr oder 
modernes, auf Höchsterträge zielendes (Land-)Wirtschaften: Die Gattung 
Mensch ist in ihrer Masse nicht bereit, auf die Errungenschaften des 
Raubbaus zu verzichten. 


Also werden wir weiterhin Füchse töten. Nicht nur, um ab und an eine 
Rebhuhnkette zu bewundern. Sondern auch um den Menschen ihre 
Vollkaskomentalität zu lassen, die sich in Panikreaktionen entlädt, wenn 
es um Lebensrisiken wie die Tollwut oder den Fuchsbandwurm geht. Und 
dies bei kräftig wachsenden Fuchspopulationen auch und gerade in 
Großstädten. 



Zur Erinnerung: In den Siebziger- und Achtzigerjahren des vergangenen 
Jahrhunderts drohten die Füchse fast auszusterben, weil die Tollwut 
überhandnahm. Der Mensch griff ein mit teuren Impf-Aktionen. Die 
Tollwut (als „natürliche“ Todesursache) wurde nahezu ausgerottet, die 
Fuchsbestände explodierten und mit ihnen der Fuchsbandwurm. So tat sich 
das nächste menschgemachte Risiko auf: Mindestens so gefährlich wie die 
Tollwut und weit schwerer zu behandeln. 


Mehr Füchse: mehr Risiken durch Staupe, Räude und Fuchsbandwurm

Stetig steigt seither die Zahl der Menschen, die unfreiwillig den 
Zwischenwirt für die Bandwürmer abgeben müssen – unheilbar und durchaus 
vergleichbar mit einer schweren Krebserkrankung. Die Anhänger eines 
Fuchsjagdverbots strapazieren unsägliche Vergleiche mit den Todesrisiken 
des Straßenverkehrs oder der Gefahr, vom Blitz erschlagen zu werden. Und 
sie schlagen vor, alle Füchse in freier Wildbahn regelmäßig zu entwurmen. 



Nachdem die Füchse hauptsächlich über die Feldmaus mit den Bandwurmeiern 
in Berührung kommen, ließe sich (Vorsicht: Ironie) womöglich auch 
trefflich über die Ausrottung der Feldmäuse und Hamster debattieren, um 
das Zusammenleben von Mensch und Fuchs gedeihlicher zu gestalten. Wie 
die Jäger gehören ja auch Feldmäuse zu den in einschlägigen Kreisen 
weniger geschätzten Arten. 



Weit sinnvoller scheint der Rat an die Waidgenossen, sich erst einmal 
zurückzulehnen und die Füchse die Arbeit tun zu lassen: Schon widmen 
sich die Zeitungen mit den großen Überschriften dem Thema und erklären 
dem naturverliebten Leser, was der Bandwurm in seinem Leib anrichten 
kann. Die Wette gilt, dass derart gewarntes Publikum kein Verständnis 
für die Mogel-These hat, ohne Jagd wären die Füchse weniger. 



Bis dahin erinnern wir nicht frei von Sympathie an den Shitstorm, den 
der Landesvorsitzende des Nabu in Baden-Wüttemberg erlebte, als er 
neulich die These wagte, dass ein Fuchspelz am Mantelkragen ökologisch 
wohl unbedenklicher sei als Kunstfaser-Klamotten mit ihren oft 
miserablen Umwelt-Bilanzen.

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