Gegen den Wolf im Jagdrecht

Warum die Forderung nach einer Aufnahme das Gegenteil einer vernünftigen Lösung ist.

Wolf

Logisch, auch in Jäger-Kreisen gibt es andere Ansichten. Trotzdem ist die Forderung, den Wolf ins Jagdrecht aufzunehmen, das Gegenteil einer vernünftigen Lösung. Auch weil Jäger so ausbaden müssten, was nicht sie verbockt haben.

Nur so am Rande: Die Namen der beiden Schützen, die in Bayern im Auftrag der Staatsregierung den Braunbären Bruno töteten, sind bis heute ein Staatsgeheimnis. Nicht aus übertriebener Vorsicht, sondern wegen durchaus konkreter Gefahr für Leib und Leben.

Nicht nur der Fall des schwedischen Jägers Mattias Heed, der nach einem Verkehrsunfall einem schwer verletzten Wolf den Fangschuss gab, zeigt, wozu Extremisten aus der Tierrechte-Szene fähig sind. Zweimal wurde dem Mann sein Auto zerstört, beim dritten Mal wurde er von Unbekannten zudem brutal niedergeknüppelt.

Wer diverse Internet-Seiten aus Deutschland nachliest, erkennt schnell: Schweden ist so weit nicht weg, was die Militanz mancher Gruppen angeht – bis hin zum Mordaufruf. Wer den Wolf im Jagdrecht haben will, muss bedenken, in welche Gefahr Jäger kämen, die es mit einer Nachsuche trifft. Oder die gar den politischen Druck aushalten müssten, wenn Behörden den Abschuss eines „Problemwolfs“ durchsetzen wollen.

Weit breiter noch wird die Zahl der Betroffenen, sollte der Politik einfallen, die Jäger auch in die Pflicht zu nehmen für den Wildschadensersatz nach Wolfsangriffen. Nicht aus der Luft gegriffen bei genauerer Betrachtung novellierter Jagdgesetze, die Jäger zum Büttel mit vielen Pflichten und wenig Rechten machen.

Klar ist: Jäger müssen den Wolf nicht fürchten, sie können sich zumindest wehren, auch gegen Zumutungen. Und auch gegen den böswilligen Generalverdacht, dass jeder gewilderte Wolf auf ihr Konto gehe. Eben geht es im Lande einem Wolf an den Kragen, dem ein Wolf-Fan den Rest an natürlicher Scheu ausgetrieben hat.

Jäger sollten sich auch nicht länger als Zähl-Gehilfen für immer wieder gefälschte Statistiken missbrauchen lassen. Sie sind nicht Feinde, aber auch nicht Sündenböcke oder nützliche Idioten einer Fangemeinde, die sich zunehmend selber in die Wolle gerät, weil die Redlichen mit gutem Grund fürchten, dass Lügen und Morddrohungen dem Wolf nicht nützen, sondern massiv schaden.

Die „Rotkäppchen lügt“-Lüge

Was da unter dem Schlachtruf „Rotkäppchen lügt“ verbreitet wird, ist oft das Gegenteil der Wahrheit, leugnet historisch dokumentierte Erfahrung und gaukelt ein Bild vom Wolf vor, das auf Sicht nur zu Enttäuschungen führen kann und die Stimmung gerade in der naturfernen Bevölkerung kippen muss.

Ob sich Jäger da besser raushalten, ist eine Gretchenfrage. Auch wenn viele von uns guten Willens ihren Sachverstand einbringen wollten. Sie sollten merken, dass Liebe zum Wolf und Hass gegen die Jagd allzu oft auf einem Holz wachsen. Wer will da hören, dass die Aufnahme ins Jagdrecht keinen einzigen Wolf bedroht, weil damit der strenge Schutz nicht aufgehoben wäre. Auch das wird bei der Stimmungsmache gegen Jagd und Jäger gern verschwiegen.

Warten wir also besser auf die Bilder von Wolfspaten mit Gummischrot-Flinten und auf die Shitstorms gegen Polizisten, die sich mit der Dienstwaffe als Fangschussgeber versuchen müssen. Und auf zuständige Minister, die herumeiern wie jetzt in Norwegen, wo letztes Wochenende über 10.000 „besorgte“ Bürger mit einem Fackelzug gegen die Reduzierung der Lizenz-Abschüsse demonstrierten. Lauter Wähler, im Gegensatz zu den Unterzeichnern einer Petition aus aller Herren Länder, die eben diese Regierung zuvor einknicken ließ.

Die Wette gilt, dass die Heimkehr der Wölfe nicht an den Jägern scheitern wird, sondern weit eher an den Allmachtsträumen einer Bewegung, die dem Rest der Menschheit Tierliebe bis zur Selbstaufgabe zutraut und die anfangs ausgestreckte Hand der Jäger ausschlug, als es noch Chancen auf gemeinverträgliche, gemeinsame Wege gab.

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