Jagdverbot wegen Sommerhitze

Schwedische Tierrechtler sagen: Das Wild ist schon gestresst genug. Wegen der Hitze haben die zuständigen Behörden erste Schritte beschlossen.

Schwarzwild im Weizen

Foto: Karl-Heinz Fritschek

Die Sommerhitze hat ungeahnte Folgen für Jagd und Jäger: In der südschwedischen Provinz Blekinge ist ab dem 1. August der Hundeeinsatz bei der Wildschweinjagd komplett verboten. Der Hitzestress für Sauen und Hunde sei zu hoch.

Während die Provinzbehörden das Hundeverbot ausdrücklich auf die Schwarzwildjagd und die ersten drei Augustwochen beschränken, gehen Tierrechtler und Jagdgegner noch viel weiter: Sie verlangen ein komplettes Jagdverbot bis zum Ende der Hochsommertemperaturen.

Betroffen ist vor allem die diesjährige Braunbärenjagd, die in großen Teilen des Landes beträchtlich ausgeweitet wurde, nachdem sich die Bestandszahlen kräftig nach oben entwickelt hatten. Regionen wie das Gebiet um den Silijan-See in der Provinz Dalarna gehören inzwischen weltweit zu den Landschaften mit der höchsten Bären-Dichte.

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Gegen die Ausweitung der Bären-Abschussquote protestieren Aktive der Organisation „Djurens rätt“ (Das Recht der Tiere) seit Wochen. Nun hat der Verein, der nur Veganer beschäftigt und sogar schon die Papierkörbe der Mitarbeiter nach Kaffesahne-Töpfchen durchsuchen ließ, die Sommerhitze als Argument entdeckt.

Um die durch Extremtemperaturen und Waldbrände ohnehin schon gestressten Wildtiere zu schonen, verlangt Djurens Rätt zusammen mit den Jagdgegnern des Vereins „Jaktkritikerna“ ein totales Jagdverbot – überall im Land und auf alle Wildarten: „Durch die extreme Hitze und Trockenheit sowie die fortgesetzten Waldbrände ist die Situation der Wildtiere gerade jetzt unerhört bedrückend.“

Wahr ist: Vielerorts denken schwedische Jäger bereits über Notzeitfütterung mitten im Sommer nach, weil kaum noch Grünäsung nachwächst. Aber dagegen sind die meisten Umweltschutz-Vereine aus Prinzip.

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