Medialer Wirbel um völlig legalen Schwanen-Abschuss

Viel Lärm um nichts: Ostsee-Zeitung macht Stimmung gegen komplett rechtmäßige Jagd auf der mecklenburg-vorpommerschen Insel Rügen.

Schwan im Flug

Foto: WikiImages

Eine eigentlich simple Geschichte: Es wird gejagt und es ist auch noch völlig legal. Kein Grund zur Aufregung, möchte man meinen. Das scheint jedoch bei einigen, vermeintlich neutralen Berichterstattern noch nicht angekommen zu sein. Die Ostsee-Zeitung zelebriert aktuell in einem Artikel einen Wirbel um eine Schwanenjagd. Dabei war diese völlig rechtmäßig.

Hintergrund ist die Aufregung um einen Abschuss von zwei Schwänen auf der mecklenburg-vorpommerschen Insel Rügen. Zwei Spaziergänger seien dem Artikel zufolge in eine „Schwanenjagd geraten“ und hätten einen Abschuss der „edlen Vögel“ beobachten müssen. Überzogene Worte, mit denen das Medium beim Leser das Gefühl schürt, es habe sich um eine gefährliche Situation gehandelt, in der den „edlen“ Tieren unrecht getan worden sei. Völlig unberechtigt, denn ein Abschuss der Schwäne ist legal, wie auch das Landesamt für Umwelt in diesem Fall bestätigte. Von einer Gefährdung der beiden Spaziergänger ist im Artikel ebenfalls keine weitere Rede mehr.

Dazu verbreitet die Zeitung die lapidare Mitteilung, dass „zwei Personen aus einem Lieferwagen gestiegen sein und auf sechs Schwäne geschossen haben sollen“. Dass es sich hierbei um zwei Jäger handeln muss, die einer rechtmäßigen Jagd nachgehen, wird in dem Artikel verschwiegen. Das zeigt auch der Titel des im Artikel eingebauten Videos: „Unbekannte töten Schwäne auf Rügen.“

Natürlich kommt in dieser medialen Ausschlachtung einer eigentlich banalen Jagdsituation auch die Moralkeule der Tierrechtsorganisationen nicht zu kurz. Denn in dem Fall der Schwanenjagd auf Rügen setzte es sofort eine Strafanzeige für die Jäger, nachdem die Tierrechtsorganisation von den „empörten“ Passanten informiert worden war. Dazu muss die Zeitung noch weitere Vorfälle anführen, in denen es „Proteste hagelte“ um die in der „Bevölkerung umstrittene“ Jagd auf Höckerschwäne. In einer Situation in Stralsund habe sich sogar „der Bürgermeister des Ortes der Kritik angeschlossen“. Die Krönung der Leserbeeinflussung kommt zum Schluss: Einer früheren, von der Ostsee-Zeitung initiierten, Umfrage zufolge hätten sich Dreiviertel der 1356 befragten Leser für ein Verbot der Jagd auf Schwäne ausgesprochen.

Vergessen wird bei der ganzen moralischen Erhabenheit, dass es in vielen Gebieten eine unkontrollierte Ausbreitung der Schwäne gibt. So auch bei unseren Nachbarn in der Schweiz, die beispielsweise über eine Lockerung des Höckerschwan-Schutzes diskutieren (wir berichteten). Zu welch absurden Debatten das Thema und falschverstandene Tierliebe führen, zeigt ein Fall an der hamburgischen Alster. Dort sollten Gänseküken mit Zäunen vor einem „Killer-Schwan“ geschützt werden (wir berichteten). Eine teure Angelegenheit, die zuletzt wohl der Steuerzahler ausbaden muss.

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