„Milchgipfel“ spaltet die Gemüter – und PETA schmeckt's überhaupt nicht

Milch

Der „Milchgipfel“ von Montag bleibt in aller Munde: Während der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) die Ergebnisse „schockierend“ nannte, erklärte der Deutsche Bauernverband, das von Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt zugesicherte Hilfspaket gehe „in die richtige Richtung“. Die Tierrechtsaktivisten von PETA forderten direkt den kompletten Ausstieg aus der Milchwirtschaft.

Agrarminister Christian Schmidt (CSU) hatte nach dem Treffen mit Vertretern von Landwirtschaft, Molkereien und Einzelhandel angesichts der gefallenen Milchpreise eine kurzfristige Hilfe von „100 Millionen Euro plus x“ zugesagt (wir berichteten). Der BDM-Vorsitzende Romuald Schaber, der von Minister Schmidt nicht eingeladen worden war, ließ seiner Empörung freien Lauf und sprach von einem „Gipfel der Verantwortungs- und Hilflosigkeit“. Laut Pressemitteilung sagte Schaber: „Wir hatten bei dieser Besetzung der Gipfelteilnehmer ohnehin keine hohen Erwartungen. Dass aber derart wenig dabei rauskommt, ist selbst für uns schockierend.“ Die Teilnehmer des Treffens setzten offenbar darauf, dass sich der Milchmarkt zwischenzeitlich von selbst bereinigt. Dies sei jedoch „mit einer mutwilligen Vernichtung von Einkommen und Existenzen der Milchviehhalter gleichzusetzen“.

Eine „zügige Umsetzung des in Aussicht gestellten Krisenpaketes“ verlangt hingegen der Deutsche Bauernverband. Präsident Joachim Rukwied, der sich zu den Teilnehmern des „Gipfels“ zählen durfte, begrüßte in einer Pressemitteilung, dass sich sowohl Bundesminister Schmidt als auch der Lebensmitteleinzelhandel zur heimischen Landwirtschaft und zur Milcherzeugung in Deutschland bekannt hätten. Vom Lebensmittelhandel sei deshalb aber auch zu erwarten, „dass er die jüngsten, völlig unverantwortlichen Kontraktabschlüsse mit den Molkereien neu verhandelt“.

Alles andere als ein Bekenntnis zur Milcherzeugung äußerte PETA. Im üblich verbohrten Stil kritisierte die Tierrechtsorganisation die finanziellen Hilfen „für ein Produkt, das offenbar niemand will“, und forderte „das Ende der tierquälerischen Milchindustrie und eine Agrarwende hin zu einer bio-veganen Landwirtschaft“. Diese sei „die einzige Alternative für Bauern und Verbraucher“. PETA-Unterstützer hatten bereits vor dem „Milchgipfel“ im Herzen Berlins den veganen Ernährungsstil propagiert. Sie demonstrierten mit den überdimensionalen Buchstaben A,E,G,N und V vor dem Brandenburger Tor.

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