Nabu-Wolfsexperte fordert Mischlingsjagd

Nachdem die Aufregung um die Thüringer Mischlingswölfe sich gelegt hatte, verlangt jetzt der Nabu die Fortsetzung der Jagd.

Wolf

Symbolbild

Im vergangenen Jahr war die Aufregung um die Thüringer Mischlingswölfe riesig. Dann wurde es still um die erfolglosen Einfangversuche. Jetzt soll die (möglichst unblutige) Jagd weitergehen – fordert der Nabu. Auch nach der Berner Artenschutzkonvention wird es höchste Zeit.

Nachdem drei der sechs Jungtiere von Staatsjägern getötet worden waren (wir berichteten), wurde der Druck auf die Thüringer Staatsregierung so groß, dass die Entnahmeaktion abgeblasen wurde. Stattdessen wurde mittlerweile im Bärenpark Worbis für rund 100.000 Euro Steuergelder ein Extra-Gehege für die überlebenden Mischlinge eingerichtet. Sie müssen nun nur noch eingefangen werden. Aber dies gestaltet sich offenbar schwierig.

Dabei wäre die Rechtslage klar: Laut Berner Artenschutzkonvention, die auch Deutschland unterzeichnet hat, sind Mischlinge umgehend zu entnehmen. Vor allem zum Schutz der natürlichen Population. Einfangen und Einsperren wäre die Alternative. Wobei nicht wenige Sachkenner dies für Tierquälerei halten – vor allem dann, wenn es um in Freiheit aufgewachsene Wölfe geht.

In der „Thüringer Allgemeinen“ hat sich nun der Nabu-Wolfsexperte Silvester Tamás zu Wort gemeldet. Er verlangt die Fortsetzung der Fangversuche: „Das muss jetzt möglichst schnell passieren.“ Danach müsse das Umweltministerium entscheiden, was mit dem Tier passiere.

Vermutlich weiß der Naturschützer: Nichtstun wäre Wasser auf die Mühlen der Wolfsgegner. Aus ihren Kreisen kommen immer wieder Zweifel, ob die ostdeutschen Wölfe tatsächlich „echt“ sind. Breitet sich das Hunde-Erbgut der nun geschlechtsreifen Mischlinge aus, wäre solchen Diskussionen bald Tür und Tor geöffnet – mit wachsenden Zweifeln am bisher strengen Artenschutz.

Nabu-Experte Tamás gibt sich in der „Thüringer Allgemeinen“ bereits beunruhigt: „Wir wissen, dass ein jünger Wolfsrüde aus Bayern durch Thüringen gezogen ist, gar nicht weit entfernt von dem Revier der Wölfin. Es ist gut möglich, dass der Hybride diesen jungen Wolf vergrämt hat, so dass es zu keiner Paarung mit der Wölfin kam.“

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