NRW-Jäger lassen nicht locker: „Wir schaffen das!“

Ralph Müller-Schallenberg

Kritische Worte zum neuen nordrhein-westfälischen Jagdgesetz haben am Dienstag die Eröffnungsfeier der Dortmunder Messe „Jagd & Hund“ geprägt. Die Jägerschaft werde so lange weiter Einsatz zeigen, „bis wir in der Politik Nordrhein-Westfalens wieder angemessenes Gehör finden“, versicherte der Präsident des Landesjagdverbands (LJV), Ralph Müller-Schallenberg, in seiner Rede.

Es sei ein „Fiasko, dass die Vielfalt der Arten weiter zurückgeht“, erklärte Müller-Schallenberg. Niederwildjäger in NRW erlebten derzeit ein „reines Trauerspiel“. Die Jägerinnen und Jäger setzten weiter alles daran, eine Wende in der Jagdpolitik herbeizuführen. Die vom LJV gestartete Volksinitiative laufe „auf Hochtouren“ (wir berichteten) und auch während der Messetage in Dortmund sollten tatkräftig Unterschriften gesammelt werden. Bis zum Sommer erwartet Müller-Schallenberg deutlich mehr als 100.000 Unterzeichner, um so ein „starkes politisches Signal“ zu setzen. In Anlehnung an das mittlerweile berühmte Merkel-Zitat rief der LJV-Präsident: „Wir schaffen das!“ Um anschließend direkt hinzuzufügen: „Wir schaffen das wirklich!“

In seinem Grußwort zum Messeauftakt nannte Werner Horstkötter, Präsident des Jagdgebrauchshundverbands, das rot-grüne NRW-Jagdgesetz „so überflüssig wie einen Kropf“. Er kritisierte insbesondere das Verbot der Hundeausbildung hinter der lebenden Ente und die Einschränkungen bei der Fuchsbejagung. Er dankte LJV-Präsident Müller-Schallenberg noch einmal ausdrücklich für dessen Engagement in der Jagdgesetz-Diskussion. „Sach- und Fachkenntnisse“ hätten sich gegen „ideologisch verblendetes Gedankengut“ leider nicht durchgesetzt.

Dr. Michl Ebner

Der Präsident des europäischen Jagdverbands FACE, Dr. Michl Ebner, ging schließlich in seiner Rede auf die von der EU-Kommission geplante Verschärfung der Feuerwaffenrichtlinie (wir berichteten) ein. Die Jägerschaft dürfe keiner pauschalen Verdächtigung ausgesetzt werden. Terroristen seien niemals legale Waffenbesitzer und hätten sich vor ihren Attentaten bestimmt keiner Jägerausbildung unterzogen, merkte Ebner mit einer Portion Sarkasmus an. „Wir werden uns entsprechend wehren“, unterstrich der FACE-Präsident.

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