Rückenwind vom Kürschner

In der Schweiz haben Jäger und Kürschner sogar den Chef des größten Tierschutzvereins hinter sich, wenn sie für Pelze aus heimischer Jagd werben. Jetzt gibt es auch in Deutschland einen neuen Anlauf.

Tierfelle

Schon vor drei Jahren hat der Zentralverband des deutschen Kürschnerhandwerks begonnen, für Pelze vom Jäger zu werben. Aber während aus der Idee in der Schweiz ein echter Medien-Hype geworden ist, gehen die deutschen Uhren wohl etwas langsamer. An Unterstützung durch Tierschützer ist hierzulande kaum zu denken – schon wegen der Spenden-Konkurrenz zu Peta.

Nur, daran, dass Pelz auch zwischen Flensburg und Mittenwald wieder zunehmend in Mode gekommen ist (zumindest am Parka-Kragen) ändern offenbar auch Peta-Kampagnen und dramatische Bilder aus Tierfarmen nichts. Und die meisten Verbraucher wissen nicht, dass es bessere Alternativen gibt.

Nun haben die Kürschner einen neuen Anlauf gestartet, bezeichnenderweise in Bayern: Es gibt ein Markenzeichen, das die Herkunft aus einheimischer Jagd garantiert – sozusagen aus Freilandhaltung. Wäre vielleicht auch eine Ermunterung zur intensiveren Bejagung von Waschbär und Marderhund, deren explosionsartige Vermehrung längst für ernste Artenschutzprobleme sorgt – etwa bei den Kröten.

Kürschner-Präsident Egon Samabor erinnert daran, dass 97 Prozent der Rotfuchsfelle aus deutscher Jagd auf dem Abfall landen. Er und seine Kollegen wollen nicht abwarten, bis junge Jäger gar nicht mehr wissen, wie ein Pelztier sachgerecht abgebalgt wird. Und sie wollen zeigen, dass Fuchs und Marder nicht nur viel schöner sind als Hundefell aus Fernost, sondern auch zur sinnvollen Nutzung natürlicher Produkte gehören. Das bessere Gewissen gibt’s dann gratis obendrauf.

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