Schweden will Jagdreise-Steuern senken

Kein verfrühter Aprilscherz: Schwedens Verbraucher-Minister Per Bolund von den Grünen will die Mehrwertsteuer auf Jagdreisen drastisch senken.

Schwedische Journalisten rieben sich erst mal die Augen, als die Vorab-Meldung der angesehenen Zeitung Dagens Nyheter über die Ticker lief: Nur noch sechs statt bisher 25 Prozent Mehrwertsteuer auf Natur-Aktivitäten, auch für Jagd- und Angeltouren.

Er sehe im Natur-Tourismus fantastische Möglichkeiten für die ländlichen Regionen, sagte der immer smarte Minister (Jahrgang 1971) der Zeitung. Deshalb sei es sinnvoll, die Mehrwertsteuer für solche Aktivitäten auf das Niveau abzusenken, das auch im Tierpark gilt: sechs Prozent.

Insgesamt will die rot-grüne Stockholmer Regierung Steuernachlässe von rund 30 Millionen Euro zielgerichtet verteilen. Zur Gegenfinanzierung will Bolund umweltbelastende Aktivitäten wie Flugreisen stärker besteuern. Auch in Schweden ist der Wählerschwund der Regierungsparteien gerade im ländlichen Raum besonders spürbar.

Nebenbei: Der stets elegant auftretende Minister, ein studierter Biologe, gilt auch als Hoffnungsträger beim grünen Parteinachwuchs und ist dort anhaltend für den Chef-Posten im Gespräch.

Bisher müssen die Gäste schwedischer Jagdreiseveranstalter 25 Prozent Mehrwertsteuer zahlen. Der reduzierte Satz auf Übernachtungen im Beherbergungsgewerbe wurde in Schweden bereits 1996 eingeführt.

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