Spaziergängerin überlebt Elchangriff

Diesen Spaziergang bei Stockholm wird die Schwedin so schnell nicht vergessen!

Elche

Symbolbild

Dass Elche in Bedrängnis schon mal Jäger und Hunde angreifen, ist normal. Dass sie eine harmlose Spaziergängerin im dicht besiedelten Großraum Stockholm anfallen, erregt Schwedens Medien. Dass am gleichen Tag ein Elchjäger von einem Bären halb totgebissen wird, weniger. 



Es passierte am hellichten Tag. Eine Frau führte ihren Hund in Saltsjöbaden, einem Teilort der Stockholmer Vorortgemeinde Nacka, spazieren. Völlig unvermittelt rannte eine Elchkuh die 50-Jährige von hinten über den Haufen und trampelte dann auf der Frau herum. Sie musste mit einem Knochenbruch und zahlreichen anderen Verletzungen ins Krankenhaus. 



Klar ist: Die Kuh führte zwei Kälber und es ist Elchjagd-Saison. Den Behörden war das wehrhafte Tier dennoch unheimlich. Es sollte gezielt getötet werden. Zuvor auch die beiden Kälber, weil diese noch die Mutter brauchten. Ein Kalb wurde noch am Tag der Attacke auf die Spaziergängerin erlegt, das zweite Kalb und das Muttertier inzwischen ebenfalls.

Tierfreunde beklagen das harte Vorgehen der Behörden. Es wäre auch möglich gewesen, die Tiere zu betäuben und umzusiedeln, heißt es. Gegner der Wolfsansiedlung klagen, dass Abschussgenehmigungen für verhaltensauffällige Wölfe weit mehr Zeit brauchen. Und sie erinnern an den enormen Aufwand, mit dem Problem-Wölfe per Hubschrauber umgesiedelt werden – sogar mehrfach hintereinander, wenn die Tiere in ihre angestammten Reviere zurückkehren.



Auf der Jagd sind Angriffe von Elchen nicht ungewöhnlich. Elche sind wehrhafte Tiere, wissen sich und ihren Nachwuchs zu verteidigen – sogar gegen einzelne Wölfe. Aber dass sie ohne Not aggressiv werden, überrascht auch Experten, zumal in einem derart dicht besiedelten Gebiet. Auch spannend: wenn solche Angriffe Jäger und Jagdhunde treffen, jubelt die Jagdgegner-Szene. Im Fall der Spaziergängerin ist es dort auffallend leise. 



Weniger Medienecho nach Bärenangriff

Am Rande: Weit weniger Medienecho findet ein Vorfall in der Provinz Jämtland. Dort hat am gleichen Tag ein Braunbär einen Elchjäger fast umgebracht. Der Mann berichtet, dass der Bär unvermittelt aus dem Unterholz sprang und direkt zum Angriff überging. Zahlreiche Bisswunden an Armen, Beinen und am Kopf waren die Folge. Nach einer Erstversorgung im Lokalkrankenhaus wurde der Jäger ins Uni-Klinikum nach Sundsvall gebracht. Er ist nun außer Lebensgefahr. 



Auch in diesem Jahr hat die Elchjagd bisher schon ein halbes Dutzend Jagdhunde das Leben gekostet. Sie wurden von Wölfen zerrissen. Tierschützer empfehlen deshalb nicht ohne Zynismus, Hunde nicht mehr zur Elchjagd einzusetzen. Auch sie wissen: Ohne Hunde ist die traditionelle Drückjagd praktisch unmöglich.



Aber viele Hundeführer verzichten ohnehin bereits freiwillig darauf, ihre Lieblinge in Wolfsregionen von der Leine zu lassen. Dort sind Reviere immer schwieriger zu verpachten, aber die Hoffnung, dass künftig Wolf und Bär die Elchbestände regulieren, scheint trügerisch.


Den (Wald-)Schaden haben auch jene Waldbesitzer, die noch vor wenigen Jahren die Wiederkehr der Wölfe bejubelten und nun neben dem anhaltenden Verbiss auch noch das Problem haben, dass sie um ihre Jagdpachterlöse bangen müssen.

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