Tierische Eindringlinge machen dänische Bauern nervös

Während in Deutschland manche Ortschaft an der Schwarzwild-Population verzweifelt, gilt in Dänemark eine „Null-Toleranz-Politik“

Wildschweine

Foto: Ryszard Adamus

Während Wildschweine vielerorts in Deutschland immer häufiger für Probleme sorgen (wir berichteten), herrschen in unserem Nachbarland Dänemark völlig andere Zustände. Dort wurde das Schwarzwild bereits vor mehr als 100 Jahren nahezu ausgerottet. Ein Zustand, der dort allgemein für Zufriedenheit sorgt – wäre da nur nicht die Grenze zu Schleswig-Holstein, die für deutsche Wildschweine alles andere als unüberwindbar ist.

Die Süddeutsche Zeitung griff jetzt einen Vorfall aus dem August auf, der angeblich „in Dänemark immer noch gut in Erinnerung“ ist: Eine ganze Wildschwein-Rotte aus Deutschland, bestehend aus mindestens 18 Tieren, soll damals über dänische Maisfelder hergefallen sein. „Genug, um die Dänen nervös zu machen“, heißt es in dem Bericht etwas stark verallgemeinernd. Tatsächlich beunruhigt zeigen sich angesichts solcher tierischer Grenzübertritte aber offenbar die dänischen Schweinebauern.

Sie verkaufen laut dem Bericht stolze 31 Millionen Schweine pro Jahr – und wollen sich dabei von deren wilden Verwandten nicht das Geschäft kaputt machen lassen. Damit deutsches Schwarzwild also beispielsweise keine Afrikanische Schweinepest (wir berichteten) nach Dänemark einschleppt, gilt eine sogenannte „Null-Toleranz-Politik“: Jedes Tier, das über die Grenze kommt, darf geschossen werden. Und da es anschließend auch routinemäßig getestet wird, wissen die Schweinebauern immerhin, dass sich bisher kein krankes deutsches Tier ihren Ställen genähert hat. Eigentlich also ein Anlass für „die Dänen“, etwas weniger nervös zu sein.

Zu guter Letzt verrät uns die Süddeutsche übrigens noch, dass die 18 „Eindringlinge“ aus dem August wohl nicht vor die Flinten dänischer Jäger geraten sind. Sie haben sich offenbar am dänischen Mais satt gefressen und sind dann zurückgekehrt – ins „Wildschweinparadies“ Deutschland.

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