Tierrechtler droht mit Vergewaltigung

Kuh

Ein regelmäßiger Blick nach Schweden kann nie schaden: Nicht nur wegen der Wölfe, die dort zwei Jahrzehnte früher als bei uns heimkehrten. Sondern auch wegen der dramatischen Entfremdung zwischen Landbevölkerung und Großstadtmenschen. Verschuldet auch durch eine Tierrechtler-Szene ohne Maß und Ziel.

Neuer Höhepunkt: Ein Aktivist der Gruppe „Recht der Tiere“ fragte eine junge Bäuerin auf Facebook, ob er ihre Tochter entführen, diese vergewaltigen und ihr dann die Kinder wegnehmen solle, um ihre Milch zu verkaufen und sie am Ende zu töten. Diese Drohung ist deutlich zu heftig: Die angesehene Zeitung „Dagens Nyheter“ berichtet ausführlich und kritisch über die schlimme Entgleisung.

Die Bäuerin, eine junge Frau aus der Provinz Värmland, hatte auf eine Kampagne der Tierrechtler reagiert, die Milchbauern das Recht absprechen wollen, ihre Kühe zu melken. Sie schrieb: „Ich habe diese Milch gekauft. Ich habe den Kühen dafür Essen und eine Wohnung gegeben, reines Wasser und Schutz vor Raubtieren.“ Aber selbst dieser sanfte Widerspruch ist der Gruppe „Djurens Rätt“ Anlass zu Hass-Tiraden – siehe oben.

Die Bäuerin muss einen Shitstorm aushalten, mit weiteren Vergewaltigungs- und Morddrohungen. Sie sei im Internet schon mehrfach übel beleidigt und bedroht worden, aber diesmal sei es wegen der Gewaltansagen gegen ihre achtjährige  Tochter besonders schlimm, sagte sie Dagens Nyheter, sie könne kaum noch schlafen.

Die Reaktion der Tierrechtler auf die für sie durchweg schlechte Presse kennen wir auch aus Deutschland: Er habe „nicht gewusst, dass die Frau Kinder hat“, sagte der Tierrechtler-Funktionär zu Dagens Nyheter: „Ich stehe zu dem, was ich geschrieben habe, aber es war ein Fehler.“ Wenn sich die Bäuerin bedroht fühle, könne sie ihn ja anzeigen.

Die für ihren massiven Einsatz zum Erhalt der ländlichen Kulturlandschaft bekannte junge Frau ließ sich da nicht zweimal bitten und stellte Strafanzeige. Der Boss des Spendensammler-Vereins vergießt schon mal Krokodilstränen: „Das war auf jeden Fall zu grob und zu persönlich. Wir arbeiten gegen jede Form von Gewalt und Übergriffen.“ Und den Mitgliedern von „Djurens Rätt“ werde er an diesem Beispiel erklären, wie sie sich im Kampf um das Wohl der Tiere nicht ausdrücken sollten.

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