Veggie-Model nervt die Schweizer

Eine kleine Gemeinde verweigert einer gebürtigen Holländerin die Einbürgerung – unter anderem geht es um Kuhglocken.

Kuh

Halb Europa amüsiert sich über eine Veganer-Posse aus der Schweiz: Eine kleine Gemeinde verweigert einer gebürtigen Holländerin beharrlich die Einbürgerung. Unter anderem, weil Nancy Holten die Kuhglocken als Tierquälerei verbieten lassen will.

Die bekennende Veganerin ist zumindest der lebende Beweis dafür, dass fleischlose Ernährung nicht hässlich macht. Davon konnten sich die Schweizer überzeugen, als die 42-Jährige sehr leicht bekleidet und mit einer Katze auf dem Arm für bessere Tierrechte warb. Peta Deutschland ehrte sie deshalb mit der Auszeichnung „Helden für Tiere“.

Bei der Gelegenheit lobten die Peta-Oberen auch den Kampf der Wahl-Schweizerin für ein Kuhglocken-Verbot: „Denn diese sind Tierquälerei – ihr Lärm ist mit einem Presslufthammer, der den Kühen direkt ans Ohr gehalten wird, vergleichbar.“ Und sie spekulieren, ob Nancy Holten keine Schweizerin werden darf, weil die Veganerin zu unbequem ist.

Tatsächlich weigert sich der Rat der kleinen Landgemeinde Gipf-Oberfrick beharrlich, die kämpferische Dame zur Schweizerin zu machen. Dazu ist in der Schweiz grundsätzlich die Zustimmung der Wohnort-Gemeinde erforderlich. Zweimal scheiterte der Einbürgerungsantrag der Holländerin dort. Obwohl sie akzentfrei Schwyzer-Deutsch spricht und finanziell in sehr wohlgeordneten Verhältnissen lebt.

Neben den Feldzügen gegen Kuhglocken und Zirkus-Unternehmen fällt den Schweizern dazu ein, dass Frau Holten auch mal die Kirchenglocken verbieten lassen wollte – wegen angeblich unzumutbarer Lärm-Emissionen.

Das wiederum empfanden viele Schweizer ihrerseits als Ruhestörung. „Die Schweizer wollen sie am liebsten in ihr Heimatland Holland abschieben“, heißt es in der Boulevard-Zeitung „Blick“, aber auch den Holländern gehe die Dame offenkundig „auf die Glocken“.

Wahr ist, dass es im Internet nicht nur aus der Schweiz wütende Kommentare hagelt (Beispiel: „Sie soll zurück nach Holland und in den Coffee-Shops Gras verkaufen... Das ist doch vegan, oder?“), sondern auch aus Holland: „Schickt sie nicht zurück nach Holland, gibt es keinen Ort irgendwo mit Lawinengefahr?“ Oder: „Bitte behaltet sie, wir haben schon genug Spinner in den Niederlanden!“

Ganz ungelegen scheint der Mutter von drei Töchtern nicht einmal solcher Shitstorm zu kommen. Sie arbeitet seit ihrer Scheidung als Model und Autorin, und neuerdings auch als Schauspielerin. Auch im Schweizer Staatsfernsehen, in der neuen Seifenoper-Serie „Der Bestatter“. Da kann massig Publicity nicht schaden: „Ich habe Blut geleckt und möchte mich als Schauspielerin etablieren.“

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