Wenn der Herdenschutz versagt

Nordrhein-Westfalens erste Neuzeit-Wölfin sorgt für Ratlosigkeit und Zweifel: Anscheinend sind selbst Herdenschutzhunde machtlos. Sogar der Nabu geht auf Distanz.

Wolf am Riss

Symbolbild: Pixel-mixer

Erklärungsnot in der Pro-Wolf-Gemeinde: Am Niederrhein kam es zum Massenriss in einer Schafherde. Trotz vorschriftsmäßiger Umzäunung und zwei (!) Herdenschutzhunden. Wolfsfreunde hoffen noch: Es könnte auch ein Hund gewesen sein.

Aber alle Fakten weisen bisher eher auf die „Schermbecker Wölfin“ hin, in der Szene auch bekannt unter dem Kosenamen „Gloria“. Zahlreiche Sichtungen belegen, dass die Fähe wenig Scheu vor Menschen zeigt. Und es laufen bereits mehrere DNA- Ermittlungsverfahren nach Nutztier-Rissen. Konkrete Ergebnisse stehen allerdings bisher aus.

Obwohl es bei den Gen-Tests mal wieder dauert, ist vorab schon klar:  Schäfer Maik Dünow hat alle Sicherheitsvorkehrungen nach den Richtlinien des Landesamts für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz akribisch eingehalten, vermeintlich wolfssichere Zäune aufgestellt und teure Herdenschutzhunde angeschafft. Nun, nach dem zweiten Massenriss innerhalb weniger Tage, ist er ratlos.

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Während im Internet noch die sattsam bekannten Verschwörungstheorien kursieren (Risse von Schäfern oder Jägern inszeniert, Wolf krank oder angefüttert) geht der Nabu als mächtigste Pro-Wolf-Organisation im Lande vorsichtig auf Distanz: „Wenn es ein Problemwolf ist, dann ist der Nabu dafür, dass es ihm ans Fell geht“, sagte der Nabu-Kreisvorsitzende Peter Malzbender zu Reportern.

Wölfin Gloria erfreut sich derweil bester Gesundheit, wird von Augenzeugen als „gut genährt“ und unaufgeregt bei Begegnungen mit Menschen beschrieben. Unter Weidetierhaltern der Region werden zugleich die Zweifel am „Referenzlabor“ der Senckenberg-Gesellschaft lauter. Immer öfter wird dabei auf den Landrat des bayerischen Landkreises Oberallgäu verwiesen: Der schickte nach Wolfsrisse die DNA-Proben zusätzlich an ein Labor in Österreich und es dauerte nicht einmal eine Woche, bis das Ergebnis vorlag.

Ebenfalls sehr interessant am Rande: In Schleswig-Holstein gab es kürzlich anonyme Tierquälerei-Strafanzeigen gegen Weidetierhalter. Diese hätten durch mangelnde Schutzmaßnahmen die dort dokumentierten Wolfsangriffe erst möglich gemacht. Dazu passt dann auch die Erklärung, dass Wölfe nur deshalb massenhaft Schafe töten, weil ihre Opfer durch die Schutzzäune an der Flucht gehindert werden.

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