Wolf

Foto: Dieter Hopf

Wolf-Fans in Erklärungsnot

Den Wölfen ist nicht geholfen, wenn ihre Fans das Wesen ihrer Schützlinge leugnen. Zum Beispiel deren Eigenart, so lange zu töten, wie sie leichte Beute vor sich haben. So wie jetzt in Sachsen geschehen – mit 40 toten Weidetieren binnen einer Nacht. Dass die Bild-Zeitung von einem „Schafsmassaker“ spricht, lässt für die Wölfe nichts Gutes ahnen. Und auch nicht für die Glaubwürdigkeit einer Fangemeinde, die das Raubtier mit einem Kuscheltier verwechselt.

Vernünftige Experten – und auch einige Umweltminister – beginnen zu begreifen: Wenn sie die sogenannten „Problemwölfe“ nicht auf Distanz zum Menschen und seinen Nutztieren halten, wird das Experiment dort enden, wo es schon mal endete: mit der Ausrottung der Wölfe. Weil die Normalbürger nicht mehr an gute Ratschläge glauben. Zum Beispiel an den, dass es genüge, mit dem Schlüsselbund zu scheppern, wenn die Tiere zudringlich werden.

Wahr ist wohl auch, dass geschädigte Nutztierhalter einen langen Atem brauchen, bis sie nach einem Wolfsangriff leidlich entschädigt werden. Auch hier gäbe es für Wolfsliebhaber ein breites Feld für gute Taten. Und für sinnvollen Einsatz der reichlich strömenden Spendengelder. Aber es ist natürlich kostengünstiger, uns Jäger in die Falle zu locken mit der Idee, Wölfe ins Jagdrecht zu nehmen. Auch mit dem Hintergedanken, dass Jägerinnen und Jäger dann auch für den Schaden aufkommen.

Alles Illusion: Die Weigerung der allermeisten Jäger, den Wolf ins Visier zu nehmen, zeigt doch nur, dass sie sich nicht zu Sündenböcken machen lassen für blauäugige Raubtieransiedlungen, die nun offenbar allmählich aus dem Ruder laufen. Der Wolf ist auch uns willkommen, aber wir haben nie den Unsinn geglaubt, dass die Wiedereinbürgerung ohne Konflikte abgehen kann.

Wie wär's mit einer Verbandshaftung für den Nabu und seine Wolfs-Paten?

Charme hat auf jeden Fall die Idee, dass nun Leute die Suppe auslöffeln sollten, die beispielsweise die Bild-Leser in absoluter Sicherheit wiegen wollten. Und bis heute nicht begreifen wollen, dass Opfer unvermeidbar sind. Zum Beispiel wie in Schweden, wo sich die Räuber Hunde im Dutzend greifen und dafür sorgen, dass Ausritte zu Pferde in den Wolfsregionen zum unkalkulierbaren Risiko geworden sind.

Wie wär's mit einer Verbandshaftung für den Nabu und seine Wolfs-Paten? So wie wir Jäger für die Wildschweinschäden haften müssen, obwohl wir am zügellosen Maisanbau für die Energiewende keine Schuld tragen. Und nicht zu den Märchenerzählern über den harmlosen Wolf gehören. So wahr die nun geplante Vergrämung mit Gummigeschossen eine ausgemachte Tierquälerei ist.

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