Auf der Jagd nach Giftködern in Leipzig

Deutsch-Kurzhaar-Hündin Eyla:  Der Erste Jagdhund Deutschlands, der zum Giftköder-Suchhund ausgebildet wurde.

Denis Marschallek mit seiner Deutsch-Kurzhaar-Hündin Eyla

Denis Marschallek mit seiner Deutsch-Kurzhaar-Hündin Eyla, Foto: Denis Marschallek

Denis Marschallek (47) und seine Deutsch-Kurzhaar-Hündin Eyla (5) sind ein eingespieltes Team. Tagtäglich unterstützt die Hündin ihr Herrchen bei allen jagdlichen Aufgaben, die bei Denis Marschalleks Tätigkeit als Jagdaufseher im Leipziger Stadtforst anfallen.

Seit dem 28. April 2019 engagieren sich die beiden auch in einem weiteren, nicht weniger wichtigen Bereich – dem Aufspüren von Giftködern in Leipzig.

Foto: Denis Marschallek

Foto: Denis Marschallek

Eyla ist dabei der erste Jagdhund, der die anspruchsvolle Prüfung zum „Giftköder-Suchhund“ abgelegt hat. Eine Prüfung, die es in sich hat. Die Durchfallquote liegt bei 50 Prozent.

Gibt es bei der praktischen Suche im „scharfen“ Einsatz später auch keinen zweiten Versuch, wenn man es mit Fundstücken zu tun hat, die potenziell tödlich sein können, so besteht die Kunst während der Ausbildung darin, dass der Hund Fressbares findet und dies auch anzeigt. Aber, und das ist das Wichtigste und Schwierigste, dies nicht aufnimmt.

Wie im wahren Leben heißt es dann bei der Prüfung folgerichtig: Ein Fehler ist einer zu viel, da er der letzte sein könnte. Bundesweit gibt es nur 20 Hunde, die die Prüfung mit Erfolg ablegen konnten.  

Über sechs Monate hinweg bildete Marschallek seine Eyla mit der Unterstützung des „PRO dog Trainers“ Dennis Panthen aus Essen aus. Eyla meisterte die Prüfung, wie auch schon die jagdlichen Prüfungen zuvor, vorbildlich.

„Zur Ausbildung gehört nicht nur, dem Hund beizubringen, Fressbares zwar anzuzeigen aber nicht zu fressen, sondern auch eine Menge Theorie. Es geht um Lernverhalten, Motivation des Hundes, Giftarten, das Erkennen, ob mein Hund betroffen sein könnte und vieles mehr.
In der Praxis ist es entscheidend zu erkennen, womit man den eigenen Hund maximal motivieren kann. Denn es gibt die Spieltypen, die man z. B. mit einem Quietscheentchen begeistert und die Fresstypen, bei denen eine Scheibe Schinken das Endziel des Glücks ist. Somit sind die Ausbildungsinhalte nie von einem Hund auf den anderen übertragbar, sondern immer ganz individuell auf das Team zugeschnitten. 
Interessant ist in dem Zusammenhang auch, dass sich die Präferenzen bei einem Hund durchaus ändern können. War Eyla zum Beispiel früher ein „Spielhund“, ist sie seit ihrer Mutterschaft zum „Fresstyp“ geworden“, erläutert Marschallek die Ausbildung.

Unvorstellbar: Neben Gift werden auch beispielsweise Angelhaken oder Rasiermesser in Köder eingearbeitet

Unvorstellbar: Neben Gift werden auch beispielsweise Angelhaken oder Rasiermesser in Köder eingearbeitet, Quelle: Nicole Habermann/ Facebookgruppe „Giftköder Leipzig“

Die so antrainierten Fähigkeiten kommen nicht nur Hundebesitzern und ihren Hunden zugute, sondern schützen auch das Leben von Wildtieren. Man geht davon aus, dass Giftköder nicht länger als zwei Tage unangetastet am Ausbringungsort verbleiben. Zeit genug, um von Füchsen, Mardern, Katzen und anderen Kleinsäugern sowie mancherorts wohl sogar von Wildschweinen oder Vögeln aufgenommen zu werden.

Gefragt nach seiner Motivation entgegnet Marschallek: „Also an erster Stelle steht für mich der Tierschutz – und ich suchte eine Beschäftigung für Eyla wenn sie mal aus dem Jagdbetrieb raus ist.“

HundeAppGO

Foto: Screenshot HundeAppGO

Diese Beschäftigung, die Hunde auch noch in höherem Alter effektiv durchführen können, hat Denis Marschallek für seine Eyla mit dem gemeinnützigen Engagement der Giftköder-Suche gefunden. Zurzeit wird das Suchenteam bis zu dreimal in der Woche gerufen, um Giftköder-Verdachtsfälle zu klären.

Ein sehr nützliches Hilfsmittel, um überhaupt auf etwaige Fundstellen aufmerksam gemacht zu werden, ist die „HundeAppGO“ der Leipziger Hunde-Physiotherapeutin Heike Amthor. Mittels dieser App können Hundehalter Fundorte mit anderen Nutzern teilen und auch direkt Kontakt zu dem Team aufnehmen. Alles über die App finden Sie hier. Den direkten Download der App für Android, kostenlos und werbefrei, finden Sie hier.

Nicht zu vergessen, dass Denis Marschallek dies alles ehrenamtlich und in seiner Freizeit tut. Ohne Unterstützung durch öffentliche oder andere Gelder, einzig und allein aus Liebe und Respekt zu den Tieren sowie seiner Hündin Eyla. Dafür sagen wir von Outfox-World stellvertretend herzlichen Dank und wünschen den beiden auch weiterhin viel Suchenglück!

Ausblick:

Um dem großen Ziel Denis Marschalleks näherzukommen, ein breites Netzwerk an Unterstützern und Mitstreitern in Verbindung mit den zuständigen Behörden aufzubauen, findet am 4. August zum ersten Mal in Leipzig ein Workshop statt, den Denis Marschallek zusammen mit den Hundetrainern Dennis Panthen und Nicole Momma gestaltet. „Zurückzuführen auf das gesteigerte Medieninteresse gibt es derzeit sehr viele Interessenten, vom normalen Hundeführer bis hin zum Jäger“, freut sich Marschallek.

Denn je mehr Menschen seinem guten Beispiel folgen, desto effektiver kann gegen das perverse Treiben sadistischer Tierhasser vorgegangen werden. Wir drücken die Daumen, dass sich die gesteckten Ziele verwirklichen lassen und so wenig Vierbeiner wie möglich in Zukunft verletzt oder getötet werden.

In diesem Video können Sie Denis Marschallek und Eyla bei der Arbeit über die Schulter schauen:

Kontakt zu Denis Marschallek:

Facebook: https://www.facebook.com/denis.marsch...

Instagram: @denismarschallek 

Prüfung und Ausbildung in Zusammenarbeit mit Pro Dog Trainer Dennis Panthen:

YouTube: https://www.youtube.com/user/DennisPa...

Facebook: https://www.facebook.com/pg/dennispan...

Website: https://www.pro-dog-trainer.de

Erstellt mit freundlicher Unterstützung von Denis Marschallek und mit Materialien der Facebookgruppe „Giftköder Leipzig“ sowie der Seite www.hundephysiotherapie-in-leipzig.de von Heike Amthor.

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