„Die Arbeit der Jagdgebrauchshunde ist die Säule der Jagd!“

Das Jagdgebrauchshundwesen im Zeitalter rasanter Entwicklungen – Interview mit dem JGHV-Ehrenpräsidenten Christoph Frucht.

Jagdhunde-Ausbildung

Foto: Joachim Orbach

Auf der Hauptversammlung des Jagdgebrauchshundverbandes (JGHV) wird am 18. März ein neues Präsidium gewählt. Alle Kandidaten brachten im Vorfeld bereits zum Ausdruck, dass sich der JGHV der rasanten Entwicklung unserer Zeit stellen muss – was natürlich auch Geld kostet. Unser Autor Joachim Orbach sich dazu mit dem Ehrenpräsidenten des JGHV, Christoph Frucht, ausführlich unterhalten.

Sollten der JGHV und seine Mitgliedsvereine Ihrer Meinung nach verstärkt Presse- und Öffentlichkeitsarbeit leisten?

„Ohn' Hund kein Waidwerk!“ Dieser Spruch hat immer noch Gültigkeit und wird Bestand haben, solange wir jagen. Die Arbeit der Jagdgebrauchshunde ist die Säule der Jagd! Wir Hundeleute sind alle gemeinsam der Jagdgebrauchshundverband! Und ein Verband hat die Aufgabe zusammenzubringen. So eine Verbindung aller Hundeleute in der Öffentlichkeit ist genau so wichtig wie der Verbund der Jäger. Und für solch eine Verbindung ist die Öffentlichkeitsarbeit besonders wichtig! Wenn wir diese gar nicht erst anpacken, verschwinden wir in der Bedeutungslosigkeit. Verstärken können wir sie dann immer noch.

Aus unserem Outfox-World Shop

Auf welchen Wegen und mit welchen Mitteln hat Ihrer Meinung nach die Öffentlichkeitsarbeit zu erfolgen?

So wie sich unsere Welt verändert hat, hat sich sicherlich auch die Öffentlichkeitsarbeit verändert! Man kann heute jede Tageszeitung auch in virtueller Ausgabe lesen. Fast jeder hat heute ein Tablet, mindestens aber ein Handy. Mit beiden kann man meist auch fotografieren. Man kann sich im Handumdrehen über alle Dinge des täglichen Lebens sofort informieren. Aber eine solche Information, die uns alle angeht, muss gebündelt vorliegen. Wir brauchen nicht nur eine Website, die muss auch dauernd gepflegt werden, wenn sie denn informieren soll. Allein diese Pflege braucht natürlich auch einen „Pfleger“. Das kann kein „Alleinunterhalter“ sein, er muss in ständigem Kontakt mit dem JGHV-Präsidium, der Stammbuchkommision, den unterschiedlichen Zuchtvereinen, dem Tier- und/oder Naturschutz und dem Justiziar stehen. Das bedeutet immense Arbeit, die aber virtuell ja relativ leicht abrufbar und verteilbar ist.

Würden Sie hierzu die Abhaltung von Seminaren durch den JGHV anregen?  

Da ja viele von uns – und da will ich mich gar nicht ausnehmen – wenig, schlecht oder schwach in dieser neuen Info-Sparte ausgebildet oder informiert sind, wäre das eine zwingende Grundsätzlichkeit, wenn man sie zum „eigenen Nutz und Frommen“ verwenden will.

Wir müssen im Jagdgebrauchshundverband dringend eine Sektion „Öffentlichkeitsarbeit“ schaffen

Kann Ihrer Meinung nach der JGHV in seiner jetzigen Aufstellung überhaupt die Koordinierung der öffentlichen Meinungsbildung übernehmen?

Der JGHV kann das zwar leisten, aber nicht in der derzeitigen Aufstellung. Dazu wäre es notwendig, bestimmte Positionen neu zu schaffen und zu besetzen. Interessierte und entsprechend versierte Mitglieder gibt es allemal.

Was für Anregungen möchten Sie dem JGHV und seinen Mitgliedsvereinen noch geben?

Mit einer unausweichlichen Beitragserhöhung müssen wir im Verband dringend eine Sektion „Öffentlichkeitsarbeit“ schaffen. Jeder Zucht- und Prüfungsverein aller Schläge und Rassen ist damit gefragt. Diese Arbeit umfasst auch die verbesserte Fortbildung über die sich aus den neuen Medien ergebenen Möglichkeiten. Wir brauchen zum Beispiel eine gute DVD für die Wasserarbeit. Damit kann man wesentlich einfacher, als sich jedes Mal einen ungeeigneten Hund zu suchen und vorzuführen, all das zeigen, worauf es ankommt, bei einer Richterschulung. Dies ist aber auch geeignet, um zum Beispiel interessierten Jägerschaften, politischen Parteien und Interessengruppen aus dem Tier- oder Naturschutz aufzeigen zu können, wie so etwas abläuft. Zu jeder Sparte zum Beispiel der Verbandsgebrauchsprüfung (Wald, Feld, jeweils mit Untergruppen Stöbern, Buschieren, Ablegen, Verhalten auf dem Stande, Schleppen, Suche) ist so etwas möglich. Damit wäre auch der „Level“ von Fortbildungen einheitlicher.

Und dann ist es meines Erachtens zwingend notwendig, dass wir uns auf unsere jagdliche Gemeinsamkeit besinnen! Alle Jagdgebrauchshunde haben die Jagd zum Beruf. Einer kann dies besser, der andere jenes. Aber den anderen schlecht zu reden und nur die eigene Rasse/Schlag anzuerkennen, bringt uns nichts, höchstens in Verruf. Und ein Verbandsrichter ist auch das Aushängeschild des Jagdgebrauchshundewesens. Man sollte sich dessen stets bewusst sein und entsprechend auftreten. Wenn die Verbandsrichter zertifiziert sind, dann müssen sie sich auch entsprechend verhalten und verbandstreu auftreten.

Und schließlich unser gutes altes Stammbuch! Die ganze (Hunde-)Welt beneidet uns darum! Auch da besteht die Möglichkeit, es virtuell aufzuarbeiten, und man könnte dann viel rascher an all das Wissenswerte ran, was einem interessierten Führer oder Züchter daraus wichtig ist. Es gibt viel zu tun, packen wir's an!

Das könnte Sie auch interessieren
Aktuell & informativ

DER OUTFOX WORLD NEWSLETTER

Aus der Natur direkt in Ihr Postfach.

Folgen Sie uns!