Die Fuchsbejagung durch Baujagd muss erhalten bleiben!

Für die nachhaltige Populationsregulierung von Füchsen ist neben der Treib-, Drück- und Ansitzjagd auch eine tierschutzkonforme Bodenjagd notwendig.

Langhaarteckel, die zur Baujagd eingesetzt werden

Foto: Francine Doneux

Genau wie in früherer Zeit werden auch heute Füchse noch wegen des Balges und der Niederwildhege bejagt, aber auch andere Gründe spielen eine große Rolle. Einmal ist eine Regulierung überhöhter Fuchsbesätze zum Erhalt der Artenvielfalt in Wald und Feld in unserer gewachsenen Kulturlandschaft unabdingbar – und dann spielt die Bekämpfung von Seuchen in einem dichtbesiedelten Land wie Deutschland eine nicht zu unterschätzende Rolle.

Dieser Tatsache sollte sich auch jeder Politiker bewusst sein, der verantwortungsvoll in der Jagdgesetzgebung handelt. Mit steigenden Fuchsbesätzen wachsen nämlich die Gefahren von Seuchen und Erkrankungen wie Räude, Staupe, Fuchsenzophalitis, Fuchsbandwurm und in der Vergangenheit auch Tollwut. Genau wie früher ist es auch in der heutigen Zeit angesagt, den Fuchs durch alle jagdlichen Möglichkeiten intensiv zu bejagen und damit eine überhöhte Population flächendeckend zu verhindern.

Hierbei sollten alle Verantwortlichen einmal bedenken, was geschehen kann, wenn falsche Entscheidungen gefällt werden – wie etwa das ideologisch geprägte Verbot der flächendeckenden Baujagd in Nordrhein-Westfalen. In diesem Zusammenhang fällt mir ein Zitat von Prof. Dr. Carlo Schmid, Völkerrechtler und einer der Väter unseres Grundgesetzes, ein: „Als ich jung war, glaubte ich, ein Politiker müsse intelligent sein. Jetzt weiß ich, dass Intelligenz wenigstens nicht schadet.“

Die hohe Flexibilität des Fuchses, nicht nur bei der Wahl der Geheckbaue, ließ die unselige europaweite Begasungsaktion der Baue im Rahmen der Tollwutbekämpfung Ende der 1960er-Jahre scheitern. Denn die Begasung traf nicht, wie beabsichtigt, die Füchse, sondern – mit dem Artenschutz wenig zu vereinbaren –  den „reinen“ Erdbewohner, den Dachs. Bekanntlich gingen danach die Dachsbesätze zurück, haben sich aber in der Zwischenzeit mehr als erholt.

Die Jäger sind wegen der Gesundheit des Wildes, aus Gründen der Tierschutzrelevanz sowie der volkswirtschaftlichen Komponente durch das Gesetz verpflichtet, Aufgaben der Überwachung und Bekämpfung von Wildseuchen zu übernehmen. Weiterhin sollen Jäger auch zum Erhalt eines artenreichen Wildbestandes und nicht jagdbarer Arten beitragen. Damit ist die Jagd auf Raubwild, insbesondere auf den Fuchs, zeitgemäß und unverzichtbar. Eine nachhaltige Populationsregulierung durch Treib-, Drück- und Ansitzjagd allein ist aber nicht möglich, wie es uns die Vergangenheit bewiesen hat.

Daher sind die Möglichkeiten der Baujagd zu nutzen. Zu dieser Schlussfolgerung gelangte 1989 auch der bekannte Prof. Dr. L. G. Schneider als Direktor des WHO-Tollwutzentrums an der Bundesforschungsanstalt für Viruskrankheiten der Tiere in seinem Artikel „Notwendigkeit der Bejagung des Fuchses in Deutschland“ (DJV-Nachrichten 2/1989).

Die Baujagd mit firmen Erdhunden in den Herbst- und Wintermonaten, also in einer Zeit, in der es keine Kinderstube gibt, ist zugleich spannend und lohnend. Besonders wenn bei winterlicher Bodenjagd zur Paarungszeit (Ranz) mehrere Füchse (oftmals eine Fähe mit mehreren Rüden) zugleich im Bau stecken und herausgetrieben („gesprengt“) werden. Bei dieser Art von Bejagung kann dann auch nicht von „Hausfriedensbruch“ gesprochen werden, denn der Fuchs ist im Gegensatz zum Dachs kein reiner Erdbewohner. Ziel der Baujagd ist auch das Heraustreiben von Füchsen und nicht das Ausgraben von Dachsen. Ein erfahrener Bodenjäger erkennt daher schon den Unterschied zwischen einem Dachs- und einem Fuchsbau.

die Baujagd ist genauso tierschutzkonform wie alle anderen Jagdarten, bei denen brauchbare Jagdhunde erforderlich sind

Diese Jagdart ist für jeden Jäger von hohem Reiz, der Freude an der errungenen Beute und am feinen Zusammenspiel mit den Hunden findet. Dagegen taugt die Baujagd für denjenigen wenig, der glaubt, der Fuchs sei „überflüssig“ und gehöre nicht in unsere Wildbahn. Da der Jäger Füchse sprengen – also aus dem Bau treiben – will, ist die Baujagd auch nicht mit einer Hetzjagd zu vergleichen, sondern eher mit einer Stöberjagd unter der Erde.

Damit ist die Baujagd eine genauso tierschutzkonforme Jagdart wie alle anderen Jagdarten, bei denen brauchbare Jagdhunde erforderlich sind. Sie wird zu Unrecht kritisiert. Wer käme schon auf den Gedanken, von „Hausfriedensbruch“ zu sprechen, wenn Sauen in einem Maisfeld stecken?

Die Jägerschaft und die Zuchtvereine für Erdhunde müssen und sollten sich daher weiterhin verstärkt für den Erhalt dieser Jagdart engagieren.

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