Übungsgatter und lebende Ente entzweien die NRW-Rüdemänner

Jagdhunde-Prüfung mit der Ente

Ein Großteil der Rüdemänner in Nordrhein-Westfalen ist verärgert. Luft gemacht haben sie sich während des Obleute-Treffens im Rahmen der Messe „Jagd und Hund“ in Dortmund. Streitthemen sind das immer noch nicht errichtete erste Schwarzwild-Übungsgatter in NRW und die Prüfung der Jagdhunde an der lebenden Ente.

In Dortmund erklärten die Verantwortlichen des Landjagdverbands (LJV) mit Präsident Ralph Müller-Schallenberg, es müsse ein neuer Standort für das Schwarzwild-Übungsgatter gesucht werden. Die Hundeleute schüttelten den Kopf. Die Kritik reicht bis zum Vorwurf, das Übungsgatter solle bewusst verhindert werden. Denn vier Jahre dauern die Planungen bereits. Für den ins Auge gefassten Standort Lippstadt liegen alle nötigen Genehmigungen einschließlich Umweltverträglichkeitsprüfung vor. Auch die Kompetenzgruppe Schwarzwildgatter unter Leitung von Prof. Hans Wunderlich hat ihren Segen gegeben.

Doch als es so weit war, begann just die heiße Phase der Diskussion um ein neues, ökologisches Jagdgesetz im Lande – und damit die Debatte um die Ausbildung von Jagdhunden an lebenden Tieren. Deshalb ließ der LJV das Thema ruhen. Er nahm es erst wieder auf, nachdem das Jagdgesetz im vergangenen Mai verabschiedet worden war.

Lippstadt – Ja oder Nein?

Um sich Ratschläge für letzte Details der Planung zu holen, fuhren LJV-Mannen in die neuen Bundesländer. Dort gibt es bereits seit Jahren Erfahrungen mit Schwarzwild-Übungsgattern. Zurück kamen die Reisenden mit reichlich Bedenken im Gepäck, denn vor Ort hatten sie zu hören bekommen: Was ihr plant, ist zu klein, hat keine Erweiterungsmöglichkeit und Lärmschutzprobleme sind auch zu erwarten.

Der LJV wollte keine Fehlinvestition riskieren. Er strich deshalb den Standort Lippstadt. Das führte auf der Tagung in Dortmund nach Angaben von Teilnehmern zu massivem Protest. Denn ein komplett neues Verfahren dürfte eine jahrelange Verzögerung bedeuten. LJV-Justitiar Hans-Jürgen Thies geht von zwei Jahren aus, bis alle erforderlichen Unterlagen vorliegen. Hinzu kämen Ausschreibungs- und Bauzeit. Die erregte Diskussion in Dortmund führte zu der LJV-Zusage, die Eignung des Standorts Lippstadt erneut gründlich zu prüfen. Das Ende ist offen.

Jagdhund im Wasser

Verständlich ist der Streit nur, wenn man die sehr unterschiedlichen Interessen kennt. Rohe will sicherstellen, dass auch Hunde, die an der jederzeit flugfähigen Ente geprüft werden, als jagdlich einsetzbar gelten. Sonst könnte es irgendwann vom Gesetzgeber heißen: Wenn damit die Brauchbarkeit nicht dokumentiert ist, darf eben am Wasser nicht mehr gejagt werden. Der Jagdgebrauchshundverband (JGHV) hingegen fordert in seinen Prüfungsordnungen weiter die Arbeit an der kurzzeitig flugunfähigen Ente, die bei den Rassevereinen auch Voraussetzung für die Zuchtzulassung eines Hundes ist.

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