Unsere Jagdhunde (X): Der Jämthund – das schwedische Kraftpaket

Er sieht dem Wolf ausgesprochen ähnlich und wird außerhalb Schwedens häufig mit einem Husky verwechselt.

Jämthund

Foto: Wikipedia / Jämthund.jpg: Jörgen Blom derivative work: Anka Friedrich (talk), Jämthund drvd, CC BY-SA 3.0  

Eigenständig und mutig agiert dieser Schwede bei der Jagd – und das ist auch notwendig, denn der Jämthund kommt bevorzugt bei der Elchjagd zum Einsatz. Er sieht dem Wolf ausgesprochen ähnlich und wird außerhalb Schwedens häufig mit einem Husky verwechselt – der schwedische Elchhund, auch bekannt als Jämthund. Benannt nach der historischen Provinz Jämtland, ist er der Nationalhund Schwedens und dort weit verbreitet. Obwohl es sich um eine sehr alte Rasse handelt, wurde der Jämthund erst 1946 als eigene Gattung anerkannt. Neben ihm wird noch zwischen dem grauen und schwarzen norwegischen Elchhund unterschieden.

Ein zäher Hund für einen harten Winter

Mit einer Widerristhöhe von bis zu 65 Zentimetern und einem Gewicht von bis zu 30 Kilogramm ist der Jämthund der größte Vertreter der nordischen Jagdhunde. Diese werden nach Systematik der kynologischen Organisation „Federation Cynologique Internationale“ (FCI) den Spitzen zugeordnet. Allgemein weisen Elchhunde ein ausgeprägtes Jagdverhalten auf, können aber auch als Wach- und Hütehunde eingesetzt werden. Der Jämthund zeichnet sich durch ein relativ eng anliegendes Haar aus, das von hell- bis dunkelgrau variiert, mit weißen Markierungen um Schnauze, Brust, Bauch und Läufen. Das wetterunempfindliche doppelte Fell schützt ihn vor den rauen nordischen Wintern. Sein nur leicht eingerollter Schwanz und seine insgesamt dunklere Fellfarbe unterscheiden ihn von seinem kleineren Verwandten, dem grauen norwegischen Elchhund.

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Jämthunde gelten als ausgesprochen gelehrig und aufmerksam, allerdings haben sie einen starken Charakter. Da sie für ein Leben in freier Natur geschaffen sind, verfügen sie über große Eigenständigkeit und befolgen nicht automatisch Anweisungen. Dementsprechend bedarf es einiger Anstrengung, eine Rangfolge zwischen Besitzer und Hund zu etablieren.

Des Nordmanns bester Freund

Dieses robuste Tier strotzt vor Kraft und Ausdauer. Hauptsächlich kommt der Jämthund bei der Elchjagd zum Einsatz. Er wird aber auch auf Luchse, Wölfe und in der Vergangenheit sogar auf Bären angesetzt. Als furchtloser Stöberhund arbeitet er selbstständig und ist ideal zur Loshundjagd geeignet. Der weder spur- noch fährtenlaute Jämthund verfolgt den Elch still in den dichten Wäldern Skandinaviens und ruft den Jäger erst durch sein Gebell herbei, sobald er das Tier gestellt hat. Dies macht es dem Jäger leicht zu erkennen, ob das Wild gebunden ist oder weiterzieht. Auch bei der Leithundjagd werden Jämthunde eingesetzt, da sie selbst bei Sicht auf Wild stumm bleiben.

Abseits der Jagd

Setzt man dieses Energiebündel nicht zur Jagd ein, sollten unbedingt andere Beschäftigungen gefunden werden, um das Tier sowohl körperlich als auch geistig ausreichend zu fordern. Hierfür eignen sich beispielsweise Rettungshundeausbildungen, Begleithundeprüfungen oder Turnierhundesport. In Schweden wird der Jämthund idealerweise vor einen Schlitten gespannt, um seinen Bewegungsdrang zu stillen.

Der Jämthund ist menschenfreundlich und gilt als verträglich mit Kindern und Artgenossen, weshalb er sich auch als Familienhund eignet. Durch seinen ausgeprägten Bewachungssinn liebt er es, seine Familie mitsamt Haus und Hof zu hüten. Jedoch benötigt dieses Tier einen erfahrenen Halter, denn die Erziehung erfordert Geduld und Konsequenz.

Zu den ersten neun Teilen unserer Jagdhundeserie gelangen Sie hier:
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U
nsere Jagdhunde (VIII): Die Schweizer Laufhunde - Vier auf einen Streich
Unsere Jagdhunde (VII): Der kleine Münsterländer

Unsere Jagdhunde (VI): Ideal für Jagd und Familie – der Cocker Spaniel
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