Unsere Jagdhunde (XXIV): Der Deutsche Wachtelhund

Seit 1897 wird der Deutsche Wachtelhund auf Nase, Spursicherheit, Spurwille, Spurlaut sowie Stöber- und Wasserfreude gezüchtet.

Der Deutsche Wachtelhund ist nass

Foto: aloiswohlfahrt

Der Deutsche Wachtelhund (DW) ist als Rasse sehr alt, er entspricht völlig dem „Deutschen Stöberhund“, den schon Flemming zu Beginn des 18. Jahrhunderts sehr genau beschrieben hat. Dennoch darf bezweifelt werden, ob es den DW überhaupt noch als eigenständige Rasse gäbe, hätte sich nicht der „Wachtelvater“ Oberforstmeister Rudolf Friess (R.F.) seiner angenommen. Er sammelte um die Wende des 19. zum 20. Jahrhundert die Reste dieser Stöberhunde, überwiegend auf der oberbayerischen Seenplatte. 1903 wurde der „Verein für Deutsche Wachtelhunde“ gegründet, Friess diente diesem Verein und „seiner“ Rasse als Züchter und Zuchtberater von 1908  bis 1964. Zahllose Beiträge in der Jagdpresse und in seinem schon legendären Buch-Klassiker „HATZ WATZ“ halfen mit, diese Rasse und ihre jagdlichen Qualitäten in der deutschen Jägerei bekannt zu machen. 

Seit 1897 wird der Deutsche Wachtelhund in reiner Leistungszucht auf Nase, Spursicherheit, Spurwille, Spurlaut sowie Stöber- und Wasserfreude gezüchtet. Er ist der vielseitige Gebrauchshund des Waldjägers. Der Hund ist 45 bis 54 cm groß, hat kräftiges, dichtes und welliges Langhaar. Er wird in zwei Farbschlägen gezüchtet: Einfarbig dunkelbraun, oft mit weißen Abzeichen an Brust und Zehen und rotem bis gelbem Brand an Augen, Fang, Läufen und Waidloch. Zu den „Einfarbigen“ gehören auch die Fuchs- bis Hirschroten Wachtel. Braunschimmel, auf geschimmelter Grundfarbe – weiße und braune Haare gemischt – oft brauner Kopf, braune Platten oder Mantel.

Lange Zeit war der „Braune“ der Kurzjäger, der „Schimmel“ der Weitjäger. Wegen häufiger Blutanleihen beim jeweils anderen Farbschlag (insbesondere in der Zucht der ehemaligen DDR) gilt das heute nicht mehr.

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Wer einen ausgesprochenen Weitjäger sucht, der sollte bei den Ahnen des auserwählten Welpen nach dem doppelten Spurlautstrich fahnden. Dieses Leistungszeichen erhalten Wachtelhunde, die einen zuvor selbstständig gefundenen Hasen spurlaut jagend in die Nähe der Sasse zurück bringen. Dieses Leistungszeichen wurde von einer der Leitfiguren der Wachtelzucht, Heinrich Hecker, vor vielen Jahren eingeführt, um die Wachtel heraus zu filtern, in denen dieses wertvolle Brackenerbe weiterlebt. 

Geprüft werden die Deutschen Wachtelhunde auf vereinseigenen Prüfungen, die auf die speziellen Anlagen und das geforderte Leistungsspektrum dieser Rasse zugeschnitten sind. Natürlich stehen den Wachteln auch die Stöber-, Verbandsfährtenschuh- und  Verbandsschweißprüfungen des Jagdgebrauchshundverbandes offen, die auch häufig genutzt werden.

Der Deutsche Wachtelhund ist auch ein ausgesprochen angenehmer Familienhund mit einem allerdings nicht sehr „teppichfreundlichen“ Haarkleid. Der „Verein für Deutsche Wachtelhunde“ gibt seine Welpen (im Jahre 2016 wurden 590 Welpen eingetragen) ausschließlich in Jägerhände ab.  

Bernd Krever signiert ein Buch

Bernd Krewer / Foto: Manfred Gessinger

Zum Autor:

Bernd Krewer, Jahrgang 1939, hat jahrzehntelang als Förster gearbeitet, ist ein ausgewiesener Fachmann der Jagdkynologie, Nachsuchespezialist, Richter bei Jagdhundeprüfungen und Sachbuchautor. Er lebt in Kinderbeuern im Alftal, ist verheiratet und hat drei Kinder. 

Eine große Auswahl seiner Bücher rund um die Themen Jagd, Jagdhunde und Rotwild finden Sie in der Altstadt-Buchhandlung in Wittlich: www.altstadt-buchhandlung.biz

Zu den ersten Teilen unserer Jagdhundeserie gelangen Sie hier:
Unsere Jagdhunde (XXIII): Der Deutsch-Drahthaar
Unsere Jagdhunde (XXII): Der Bayerische Gebirgsschweißhund
Unsere Jagdhunde (XXI): Die Westfälische Dachsbracke

Unsere Jagdhunde (XX): Die Deutsche Bracke
Unsere Jagdhunde (XIX): Der Barbet - Ein treuer Gefährte für Jäger und Familien
Unsere Jagdhund (XVIII): Die Steirische Rauhhaarbracke
Unsere Jagdhunde (XVII): Eleganz in grau – der Weimaraner
Unsere Jagdhunde (XVI): Der Beagle als Jagd- und Familienhund
Unsere Jagdhunde: (XV): Ein kastanienbraunes Temperamentsbündel – Der Irish Setter
Unsere Jagdhunde (XIV): Der Hannoversche Schweißhund
Unsere Jagdhunde (XIII): Versicherung für Vierbeiner
Unsere Jagdhunde (XII): Der Deutsch Kurzhaar

Unsere Jagdhunde (XI): Ambitionierter Apportierhund – der Labrador Retriever
Unsere Jagdhunde (X): Der Jämthund – das schwedische Kraftpaket
Unsere Jagdhunde (IX): Dackel, Teckel, Dachshund – ein verlässlicher Jagdbegleiter
Unsere Jagdhunde (VIII): Die Schweizer Laufhunde - Vier auf einen Streich
Unsere Jagdhunde (VII): Der kleine Münsterländer
Unsere Jagdhunde (VI): Ideal für Jagd und Familie – der Cocker Spaniel
Unsere Jagdhunde (V): Wissenswertes über Zecken
Unsere Jagdhunde (IV): Der Pointer – Sprinter mit Spürnase!
Unsere Jagdhunde (III): Die Alpenländische Dachsbracke
Unsere Jagdhunde (II): Magyar Vizslas – Majestätische Vierbeiner
Unsere Jagdhunde (I): Vom Welpen zum Waidmannsheilbringer

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