Wildernde Hunde: Verband bittet um Mithilfe

Hund

Fast täglich gibt es Berichte über wildernde Hunde, die Wildtiere töten oder verletzen. Nicht umsonst engagieren sich Verbände und Privatleute mit verschiedensten Aktionen, um über die Gefahren freilaufender Hunde aufzuklären, so wie hier und hier. Vor allem in der Brut-und Setzzeit wird deshalb jährlich an Hundehalter appelliert, ihre Tiere an der Leine zu führen (wir berichteten). Weil sich leider nur wenige daran halten und es deshalb auch immer wieder zu handfesten Konfrontationen kommt (wir berichteten), geht der bayerische Jagdverband das Problem nun anders an.

Dort war es zuletzt zu etlichen Rissen durch freilaufende Hunde gekommen. In den bayerischen Jagdrevieren Waldzell und Ansbach sind in diesem Jahr bereits vier tote Rehe aufgefunden worden, die laut Angaben des Bayerischen Jagdverbandes (BJV) von wildernden Hunden gerissen worden sein sollen. Auch in weiteren Revieren seien in der jüngsten Vergangenheit mehrere dieser Exemplare zu beobachten gewesen, ein herrenloser Hund wurde in einem Fall von einer Wildkamera fotografiert, berichtet das Main-Echo.

Der BJV beklagt außerdem, dass das Streunen der Hunde im Wald bei den Wildtieren „eine massive Verhaltensänderung“ zur Folge habe und diese „bei geringsten Störungen panisch die Flucht“ ergriffen. Der Verband geht davon aus, dass es sich bei vielen der wildernden Hunde um Haushunde aus der Umgebung handelt, die unbeaufsichtigt durch ihre Besitzer ihren Jagdtrieb ausleben.

Das Problem der wildernden Hunde betrifft unterdessen nicht nur den Freistaat. Im Revier Garbeck in Nordrhein-Westfalen sind etwa seit Anfang des Jahres sieben verendete Rehe gefunden worden. Auch hier wird vermutet, dass wildernde Hunde die Tiere gerissen haben, schreibt come-on.de. Grund für diese Annahme ist die erkennbare Jagdlust, mit der die Wildtiere gerissen wurden: Die Tiere werden von den Hunden oftmals nicht gefressen, sondern liegengelassen, denn sie brauchen sie nicht als Nahrung. 

Der BJV registriert die Häufung der Fälle von Wildriss durch wildernde Hunde mit Sorge und appelliert nun öffentlich an Hundebesitzer, besser auf ihre Tiere aufzupassen. Dieser Schritt soll verhindern, dass im Wald wildernde Hunde erschossen werden müssen – Jagdpächter haben den gesetzlichen Auftrag, diese zu erlegen (was ein Jurist Hundehaltern zu diesem Thema rät, lesen Sie hier). „So etwas macht auch einem Jäger keinen Spaß“, versichert Jagdpächter Thomas Schröder und appelliert an die Hundebesitzer: „Bitte denken Sie auch an die anderen Tiere im Wald. Wenn ein Hund einmal Blut geleckt hat, dann wird er immer wieder töten.“

Das Problem sind dabei nicht die Hunde, die lediglich ihren natürlichen Trieben folgen. Vielmehr stehen deren Halter in der Verantwortung, besser auf ihre Vierbeiner aufzupassen. Um das zu erreichen und Fehlverhalten von Hundehaltern nachweisen zu können, setzt der Bayerische Jagdverband nun auf verstärkte Öffentlichkeitsarbeit. Bürger, die einen wildernden Hund beobachten, können sich beispielsweise per Email beim Verband melden (wilderndehundemsp@gmx.de).

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