Checkliste Bockjagd (III): Tipps, Tricks und Jagdstrategie

Weniger als zwei Wochen bis zur Bockjagd! Das Revier ist hergerichtet, die Büchse eingeschossen und als Jäger kann man es kaum noch erwarten. Zeit genug, um sich ein paar Kniffe für die Rehwildjagd zurechtzulegen.

Kapitaler Bock auf Wiese

Symbolbild: Karl-Heinz Fritschek

Das Reh ist eindeutig die Hauptwildart in Deutschland. Mit einer Jahresstrecke von über 1,2 Millionen Stück kann man schon von „Allerweltswild“ sprechen. Tatsächlich ist die Bejagung auf den ersten Blick nicht sonderlich schwierig ­– als Kulturfolger findet man die Tiere in fast allen Landschaften Deutschlands. Nicht umsonst aber bezeichnet man den Rehbock auch als „Hirsch des kleinen Mannes“, von dem eine ganz eigene Faszination ausgeht.

Üblicherweise gilt, dass im Frühjahr in die Jugendklasse beim Rehwild eingegriffen wird sobald die Jagdzeit es erlaubt. Für viele Jäger liegt der Fokus also auf Jährlingsböcken und Schmalrehen, da sie sich in dieser Jahreszeit präzise ansprechen lassen und nicht mehr von der Ricke abhängig sind. Zudem sind diese „Halbstarken“ quasi zum ersten Mal wirklich auf sich alleine gestellt. Die Ricke duldet ihre Nähe nicht mehr, schlägt sie ab und möchte sich ganz auf das Setzen der nächsten Kitze vorbereiten. Dementsprechend ruhelos sind die pubertierenden Rehe also. Sie sorgen für einen Großteil der Bewegung im Revier. Häufig stehen die Jährlings-Geschwister in unmittelbarer Nähe beieinander. Nach dem Schuss sollte also unbedingt noch eine Weile gewartet werden, vielleicht ergibt sich eine weitere Chance auf Beute.

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In dieser Phase des Umherstreifens lassen sich jugendliche Rehe mitunter auch durch Geräusche täuschen. Der Blatter mit Kitz- und Rickenfiep sollte auch im Mai dabei sein und kann verhalten genutzt werden. Hin und wieder springen Jährlinge aufs Blatt, in der Hoffnung, dass es sich die Ricke mit ihnen vielleicht anders überlegt habe. Wichtig ist dabei nur, dass man ausschließlich die üblichen Kontaktlaute des Rehwildes imitiert. „Angstgeschrei“, Aufstampfen und wildes Rascheln mit Büschen bleibt der eigentlichen Blattzeit vorbehalten. Es würde im Mai nur störend wirken und das Wild vergrämen.

Die üblichen Ansitzzeiten zur Morgen- und Abenddämmerung können großzügig genutzt werden. Bewegung kommt nämlich schon weit vor Sonnenauf- oder Untergang in die Rehe. Das „Bummeln“ über den Tag hinweg, gerade bei sonnigem Wetter, lässt sich häufig beobachten. Auch zur Mittagszeit zeigt das Wild jetzt eine erhöhte Aktivität, welche die ein oder andere erfolgreiche Pirsch verspricht. Ältere Böcke sind da allerdings vorsichtiger und lassen sich auch in dieser Jahreszeit nicht von ihrer Heimlichkeit abbringen. Sie ziehen bei diffusem Dämmerlicht und verschwinden im strahlenden Sonnenschein in die Einstände. Wer die eigene Population kennt und den Abschussplan im Griff hat, kann ältere Böcke natürlich auch in der späteren Blattzeit effektiv und reizvoll bejagen.

Landschaftlich eignen sich zur Jagd strukturreiche Areale. Nach dem Winter braucht das Rehwild vielfältige Äsung, die es gerne an Hecken, Waldrändern und Jungwuchsflächen im Wald sucht. In eintönigen Einständen ohne offensichtliche Äsung und Deckung findet sich das Wild wesentlich seltener. Eine Ausnahme bildet in Feldrevieren der Raps, der dem Rehwild im Mai energiereiche Äsung bietet.

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