Erschreckende Bestandszahlen beim Rebhuhn

Das Rebhuhn gehört zweifellos zu den Verlierern der modernen Kulturlandschaft. Seit Jahren sinken die Bestände und dieser Trend setzt sich fort: Anlässlich des aktuellen Zensus fordert der Deutsche Jagdverband neue Ansätze im Artenschutz.

Rebhuhn im Wald

Foto: Dieter Hopf

Bereits seit dem Jahr 2001 erheben Jäger bundesweit umfangreiche Monitoring-Daten zu 17 Tierarten. Das sogenannte WILD-Projekt ist damit eine wichtige Quelle der wissenschaftlichen Auswertung. Der WILD-Bericht für das Jahr 2017 wird im kommenden Januar veröffentlicht, aber schon jetzt greift der Deutsche Jagdverband (DJV) mit erschreckenden Zahlen zum Rebhuhnbestand vor. Laut DJV gibt es bundesweit noch knapp 64.000 Brutpaare, was einem Rückgang von 44 Prozent in den letzten acht Jahren entspricht. Das Verbreitungsgebiet sei in diesem Zeitraum ebenso um mehr als ein Drittel geschrumpft ­­­­­­­­­­­– nur ein Viertel aller Jagdreviere meldeten überhaupt noch ein Vorkommen der Vögel.

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Obwohl es regional noch stabile Vorkommen gebe, wie etwa im Nordwestdeutschen Tiefland und in den Westdeutschen Mittelgebirgen, verzichteten viele Jäger bereits seit Jahren freiwillig auf eine Bejagung des Rebhuhns (wir berichteten). Somit ging auch die Jagdstrecke innerhalb eines Jahrzehnts von 13.000 Tieren auf 2.300 Stück im Jagdjahr 2016/17 zurück. Den größten Anteil daran bildeten weiterhin Fall- und Unfallwild mit über 90 Prozent der Strecke. Aus Sicht des DJV ist für den Schwund der Art vor allem „zunehmende Prädation durch Fuchs, Waschbär und Co.“ eine Hauptursache. Außerdem kritisiert der Verband die Veränderungen der Agrarlandschaft: Durch den Wegfall der europaweiten Stilllegungsverpflichtung sei zu wenig Brachland als Lebensraum vorhanden. Der Verband fordert also eine Abkehr vom „Käseglocken-Naturschutz“ und wirtschaftliche Anreize für Landwirte, um „ökologische Trittsteine“ zu schaffen.

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