Hege in Zeiten der Dürre

Die extreme Trockenheit der letzten Wochen setzt auch dem Wild zu. Als Heger und Pfleger der heimischen Fauna zeigen engagierte Jäger deutschlandweit, wie man mit einfachen Mitteln viel erreichen kann.

Rotwild im Wasser

Symbolbild: Stephan Lauckner

Trotz leichter Abkühlung in der vergangenen Nacht ­– der Sommer 2018 ist heiß und ungewöhnlich trocken. Die Auswirkungen sind nicht nur für Land- und Forstwirte gravierend, sondern gerade auch wilde Tiere leiden zunehmend unter der Trockenheit: „In diesem Jahr ist es extrem“, betont Hegeringsleiter Markus von Diepenbroick-Grüter gegenüber den Westfälischen Nachrichten. Und ein Schauer nütze leider nichts, ergänzt das Hegeringsmitglied Uwe Elfering. Nur langanhaltender Regen könne die Gewässer wieder auffüllen. Seit knapp zwei Wochen setzen die Jäger aus dem Münsterland also auf Tränken im Revier, damit möglichst viele Tiere Zugang zu frischem Wasser haben (mehr über die Strategien von Wild bei Trockenheit findet sich hier).

„Die Tiere müssen ihre Ruhe haben.“

Eine Tränke versorge dabei das Wild auf circa zehn bis 15 Hektar. Damit die Wasserstellen nicht zu Todesfallen für kleine Tiere, wie etwa Igel, werden, sind die Plastikwannen bodengleich eingelassen und mit Trittsteinen angefüllt, über welche sie das Becken verlassen können. Bei der Befüllung verfolgen die beiden Jäger unterschiedliche Strategien. Von Diepenbroik-Güter füllt die Becken alle zwei Tage mit 50-Liter-Kanistern auf. Elfering arbeitet demgegenüber mit großen 1.000-Liter-Behältern, aus denen das Wasser kontinuierlich in die Becken tropft. Wichtig sei aber nicht nur die regelmäßige Wasserversorgung, sondern auch die richtige Stelle, betont der Jäger: „Die Tiere müssen beim Fressen und Trinken ihre Ruhe haben.“

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Ähnliche Maßnahmen gegen die Trockenheit unternimmt auch der Jäger Mario Luky aus Mücheln in Sachsen-Anhalt. Zuerst habe er das Wasser dorthin gebracht, wo normalerweise Pfützen stehen, erklärt er gegenüber der Mitteldeutschen Zeitung. Aber dort seien die knapp 4.000 Liter „sofort wieder verschwunden.“ Beim letzten Treffen der örtlichen Jägerschaft sei dann die Idee entstanden in den Sozialen Medien um Hilfe zu bitten.

„Die Reaktionen waren überwältigend“

„Ich habe die Menschen über Facebook gefragt, ob sie vielleicht noch ein altes Kinderplanschbecken haben, das sie spenden können. Die Reaktionen waren überwältigend“, freut sich Luky. Mehrere Leute haben daraufhin alte Becken angeliefert und ein Mann sogar sechs nagelneue Planschbecken gekauft und gespendet. „Das Gute an den Planschbecken ist, dass sie nicht nur einen Boden, sondern auch einen Deckel haben und wir so auf die doppelte Menge an Behältern kommen“, ergänzt der Jäger. Verteilt auf mehrere geschützte Stellen befüllt er nun auf eigene Kosten die improvisierten Tränken und hofft, dass die Tiere das Angebot annehmen. 

„Wir haben gerade eine echte Notsituation“, erklärt Luky, der sich gerade als Jäger auch für die Hege verantwortlich fühlt, „wir müssen den Tieren helfen.“ Das sehen auch die Münsterländer so, die sich ebenfalls als Naturschützer verstehen: „Es geht nicht nur ums Schießen.“

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