Kitzretter ziehen Bilanz: Drohnen sinnvoll

Die Rettung von Jungtieren, wie Rehkitzen und Junghasen, ist eine wichtige Hegemaßnahme der Jäger. Durch den Einsatz moderner Drohnen konnte nun im Hochsauerlandkreis deutlich mehr tierischer Nachwuchs bei der Wiesenmahd gerettet werden.

Drohne im Flug

Foto: anne773

Mit 120 gefundenen Kitzen sei die Saison 2018 überaus erfolgreich verlaufen, berichtet die Westfalenpost. Die Kreisjägerschaft Hochsauerland und der Hegering Eslohe haben aus diesem Grund zum ersten Sauerländer Drohnen-Kitzrettungsforum geladen. Nach einem positiven Testlauf im vergangenen Jahr möchten die Beteiligten nun ihre Erfahrungen bündeln, um über die Chancen und Risiken der Technik zu informieren. Neben Fachleuten aus Jagd und Landwirtschaft war zudem die Feuerwehr vor Ort, da die Wärmebildtechnik auch für sie interessant ist.

Mit dem Einsatz von Drohnen könnten große Gebiete zeit- und kostensparend abgesucht werden (wir berichteten hier und hier), allerdings seien einige Grundlagen zu beachten, erläuterte der Drohnenpilot Michael Bischoff. Einfach „drauflosfliegen“ sei nicht empfehlenswert, da im Umgang mit den Fluggeräten Versicherungsschutz, Flugzonen und teilweise Sachkundenachweise beachtet werden müssten. Hinzu komme die Organisation eines reibungslosen Ablaufs der Rettungsmaßnahme. Bischoff selbst hat dafür eine App entwickelt, mit welcher der Pilot im Flug digitale Marken setzen kann. Helfer am Boden können die Markierungen dann über Kartenmaterial aufsuchen und kontrollieren. Dadurch werden die Vorgänge Suche und Rettung entkoppelt, und somit effizientes Zeitmanagement ermöglicht.

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Mit dieser Methode waren die beiden Jäger Johannes Kremer und Bernd Stilper überaus erfolgreich. Während Kremer in seinem Revier 30 Kitze habe finden können, seien es bei Stilper auf 220 Hektar Grünland über 53 Kitze und 86 Hasen gewesen, berichtet die Zeitung. Der Jäger habe damit sein bisher bestes Ergebnis von 26 gefundenen Kitzen mehr als verdoppelt. Leider sei die Technik aber noch mit hohen Anschaffungskosten von mehreren Tausend Euro verbunden. Dr. Christian Siepe, Obmann für Naturschutz im Hegering, präsentierte allerdings zwei deutlich kostengünstigere Systeme, die derzeit in noch in der Erprobung seien. Genau dort möchte das Sauerländer Drohnen-Kitzrettungsforum ansetzen und zukünftig „fundiertes Wissen“ sammeln und verbreiten.

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