Information des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) vom 28.03.2019

Afrikanische Schweinepest (ASP): BMEL BITTET UM WACHSAMKEIT UND VORBEUGUNG

Angesichts der rasanten Verbreitung der Afrikanischen Schweinepest in Europa warnt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft vor der gefährlichen Tierseuche. Auch wenn die Krankheit in Tschechien erfolgreich bekämpft werden konnte, bleibt die Situation europaweit sehr angespannt.

Wildschweinrotte

Foto: Eugène Reiter

Karte: ASF im Baltikum, in Belgien, Bulgarien, Polen, Rumänien, der Tschechischen Republik, der Ukraine und Ungarn 2019, Stand 26.03.2019, 08:40 Uhr Quelle: Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit

Quelle: Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) tritt seit 2014 in verschiedenen Ländern der EU auf. Diese für Schweine und Wildschweine sehr bedeutsame Tierseuche kommt in (süd-) östlich an die EU angrenzenden Ländern seit Längerem gehäuft vor und verbreitet sich von dort.

So hat sich die ASP in Europa verbreitet

Das Hauptverbreitungsgebiet der ASP sind afrikanische Länder südlich der Sahara. Vermutlich wurde die ASP aus Afrika nach Georgien eingeschleppt. Im Juni 2007 wurden die ersten ASP-Ausbrüche aus Georgien gemeldet. Als Ursache wird die illegale Entsorgung von Speiseabfällen vermutet, die den ASP-Erreger enthielten. In der nachfolgenden Zeit breitete sich die ASP in Georgien und von dort aus immer weiter westwärts aus.

Ein Eintrag des ASP-Virus nach Sardinien im Jahre 1978 hat bis heute dort zu immer wiederkehrenden Ausbrüche bei Haus- und Wildschweinen geführt. Das Seuchengeschehen konnte aber bisher lokal begrenzt werden.

Keine Gefahr für Menschen

Bei der Afrikanischen Schweinepest handelt es sich um eine schwere Virusinfektion, die ausschließlich Schweine (Haus- und Wildschweine) betrifft und für diese tödlich ist. Für den Menschen stellt sie keine Gefahr dar. 

Lebensmittel als Infektionsquelle

Das Virus wird direkt über Tierkontakte oder indirekt, zum Beispiel über Fleisch oder Wurst von infizierten Tieren, übertragen. Unter ungünstigen Bedingungen können unachtsam entsorgte Reste von virushaltigem Reiseproviant ausreichen, um die Seuche einzuschleppen. Solche Essensreste sollten daher vermieden oder für Wildschweine nicht zugänglich entsorgt werden.

Für Haus- und auch für Wildschweine besteht seit Jahrzehnten ein Verbot der Verfütterung von Küchen- und Speiseabfällen. Da das Virus außerordentlich lange ansteckungsfähig bleibt, kann es auch durch Gegenstände wie Werkzeuge, Schuhwerk oder Kleidung sowie Transportfahrzeuge weiter verbreitet werden. Deshalb sollten Reisende – auch Jagdreisende – und Transporteure sich besonders vorsichtig und verantwortungsvoll verhalten und Hygienemaßregeln beachten.

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Tabelle: African Swine Fever (ASF) im Baltikum, in Belgien, Bulgarien, Polen, der Tschechischen Republik, Ungarn, Rumänien und der Ukraine in 2019, Stand 26.03.2019

Tabelle: African Swine Fever (ASF) im Baltikum, in Belgien, Bulgarien, Polen, der Tschechischen Republik, Ungarn, Rumänien und der Ukraine in 2019, Stand 26.03.2019

Jüngste Entwicklungen der ASP-Situation

Ein seit der erstmaligen Feststellung der ASP bei Wildschweinen im Juni 2017 in Tschechien aufgetretenes ASP-Geschehen konnte durch die Ergreifung intensiver Maßnahmen eingedämmt werden, so dass Tschechien im Oktober 2018 in Bezug auf Vorgaben der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) das ASP-Ausbruchsgeschehen für erloschen erklärt hat. Seit Februar 2019 gilt Tschechien auch gemäß der EU-Regularien wieder als frei von ASP.

In der belgischen Provinz Luxemburg – im Dreiländereck Frankreich-Luxemburg-Belgien, etwa 60 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt – wurde am 13. September 2018 ASP bei tot aufgefundenen Wildschweinen festgestellt. Im Frühjahr 2019 sind weitere Fälle von ASP in der Wildschweinpopulation Belgiens an der Grenze zu Frankreich sowie nördlich des Gebietes, in dem die ersten Fälle aufgetreten sind, gemeldet worden. Belgien hat daraufhin die vorhandenen Restriktionszonen erweitert und weitere Zäune errichtet.

In Deutschland ist ASP bisher noch nicht aufgetreten

Es besteht jedoch stets die Gefahr, dass die Seuche wegen des hohen Infektionsdrucks in weitere Länder der EU verschleppt wird. Eine Einschleppung der ASP nach Deutschland würde neben den Auswirkungen für die Tiere auch schwere wirtschaftliche Folgen mit sich bringen. Kritisch wäre eine Einschleppung in die Wildschweinpopulation, da dort die Möglichkeiten einer Seuchenbekämpfung begrenzt sind.

Seit August 2018 wird über ein massives Auftreten der ASP in China berichtet. Auch Moldawien, Russland, Korea und die Ukraine melden nach wie vor Fälle. In Vietnam wurde jüngst ASP festgestellt.

ASP: Vorsorge steht an erster Stelle

Das BMEL steht in engem Kontakt mit den Bundesländern und den einschlägigen Verbänden; bestehende Aufklärungs- und Überwachungsmaßnahmen wurden intensiviert und werden regelmäßig der Situation angepasst. Das BMEL hat darüber hinaus erneut eine Sensibilisierung der Öffentlichkeit, Jäger und Landwirte, insbesondere Schweinehalter, osteuropäischer Arbeitnehmer sowie von Reisenden – auch durch eine intensivierte Pressearbeit – veranlasst. Außerdem engagiert sich das BMEL für einen regen Austausch mit den zuständigen Behörden Belgiens, der Niederlande und Luxemburgs in Bezug auf ASP.

Eine funktionierende Früherkennung von möglichen Einschleppungen nach Deutschland stellt hohe Anforderungen an Schweinehalter, Tierärzte und Jäger dar, um der Tierseuche im Fall des Falles möglichst wenig Zeit für die Weiterverbreitung zu geben.

Hier gelangen Sie zur Internetseite des BMEL, Rubrik Tierseuchen

Weitere Informationen über die ASP finden Sie beim Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit

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