DVO Jagd in der Abstimmungsphase der Verbände

Offener Brief des Präsidenten des Landesjagdverbandes Brandenburg e.V. Dr. Dirk-Henner Wellershoff.

Dr. Dirk_Henner Wellershoff_ Präsident des Landesjagdverbandes Brandenburg e.V.

Foto: Dr. Dirk-Henner Wellershoff, Präsident des Landesjagdverbandes Brandenburg e.V., Quelle: Erstling/LJVB

Die Durchführungsverordnung Jagd ist zur Verbändeabstimmung seit einigen Tagen im Umlauf.  Dazu haben uns viele Fragen erreicht, deshalb stelle ich den ersten Entwurf der DVO Jagd vom 18. Januar und die Fassung nach Beratung im Jagdbeirat vom 9. Mai tabellarisch gegenüber, um aufzuzeigen, welche Verhandlungserfolge wir bei den intensiven Beratungen verzeichnen konnten.  Ich möchte an dieser Stelle noch einmal deutlich darauf hinweisen, dass die Beteiligung der Verbände aus meiner Sicht nahezu unerträglich ist.

Im Stil des bekannten „Maulkorberlasses“ wurde der Landesjagdbeirat zur Geheimhaltung verpflichtet. Eine demokratische Beteiligung der Betroffenen sieht anders aus. 

Hätten wir allerdings den Verhandlungstisch verlassen, dann wäre das Ergebnis der DVO-Entwurf vom 18. Januar geworden. Das musste verhindert werden. Die geplanten Änderungen werden wir gut ertragen können. Sie sind weder der Untergang des Jagdverbandes noch der Untergang weidgerechter Jagd. Es wird niemand gezwungen, im April auf Spießer zu weidwerken und im Januar einen Bock zu erlegen.

Jagd ist und bleibt in hohem Maße eigenverantwortliches Handeln mit Augenmaß und Besonnenheit.

In Kürze:

Die Anzahl der Hauptbaumarten konnten von geplant 12 auf 6 reduziert werden.

Bei der Abschussplanung in Form von Gruppenabschussplänen hat die anerkannte Hegegemeinschaft deutlich an Bedeutung gewonnen. Die Zusammenfassung der Altersklassen 2, 3 und 4 bei männlichem Schalenwild konnte verhindert werden.

Die Jagdzeiten auf Rot-, Dam- und Muffelwild sollten verlängert werden, das haben wir verhindert. Die Jagdzeit wird 14 Tage nach vorne geschoben und endet entsprechend früher.

Jagdruhe auf Schalenwild im Juni und Juli konnte verhindert werden.

Nilgans und Nutria kommen mit Jagdzeit ins Jagdrecht.

Ablenkfütterungen bleiben zulässig.

Aber wir mussten auch Zugeständnisse machen: Wildschaden im Wald ist und bleibt im Landesforstbetrieb ein bedeutendes Thema. Die Altersklassen 0 und 1 werden bei Schalenwild zukünftig als Mindestabschuss angesetzt.

Der Altfuchs bekommt eine Jagdzeit.

Wir werden uns leider auf bleiminimierte Jagd einstellen müssen. In enger Abstimmung mit unseren Partnerverbänden aus dem Forum Natur führen wir intensive Gespräche mit der Politik zu unterschiedlichsten Themengebieten, wie beispielsweise die Fortschreibung des Wolfmanagementplanes. In der letzten Fassung konnten wir Kriterien für den Einstieg in ein aktives Management vereinbaren.

Alles dies geschieht nicht im luftleeren Raum, sondern in einem komplexen politischen Umfeld. Mit unseren Aktivitäten schaffen wir die Ausgangsbasis für eine neue Legislaturperiode ab September in Brandenburg, in der es noch umfangreicher darum gehen wird, die Stellung des deutschen Weidwerkes und den Schutz unserer Kulturlandschaft gegen die irrationalen Angriffe des Zeitgeistes zu verteidigen.

In diesem Sinne werden wir Morgen im Rahmen des Forum Natur bundesweit mit der Kampagne „WolfbleibtWolf.de“ an den Start gehen. Bei unserer Volksinitiative „MehralseinSummen.de“ brauchen wir ebenso weiter aktive Unterstützung beim Sammeln von Unterschriften.

 

Mit herzlichen Grüßen und Weidmannsheil verbleibe ich für heute Ihr und Euer

 

Dr. Dirk-Henner Wellershoff

 

Präsident

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