TUE GUTES UND REDE DARÜBER

Die Jägerstiftung natur+mensch sagt Danke und ruft zur Nachahmung auf.

Übergabe eines Waldrucksacks

Über die Übergabe eines „Waldrucksacks“ der Jägerstiftung natur+mensch freuen sich: Jasmine Demir (v. re.), Ernst Heling, Petra Brinkmann sowie Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Lüneburger Heide (Foto: Ernst Heling).

Es gibt sie noch, die Menschen, die sich mit viel Hingabe und Engagement für die nachkommenden Generationen einsetzen. Wir von der Jägerstiftung natur+mensch möchten einen solch verdienten Menschen mit einem kleinen Porträt würdigen und hoffen, dass sein gutes Beispiel Schule macht und viele Jäger und Naturfreunde animiert, es ihm gleichzutun.

Der Jäger Ernst Heling hat es sich zur Aufgabe gemacht, Kinder und Jugendliche für die Natur zu begeistern. Viele Jahre ist er ehrenamtlich und unermüdlich, vor allem in seinem Heimatlandkreis Uelzen, aber auch in den benachbarten Kreisen Lüneburg und Lüchow-Dannenberg, als Botschafter der Jägerstiftung natur+mensch unterwegs, um der Natur- und Umweltbildung unser aller Zukunft, der Kinder, Vorschub zu leisten.

Für dieses Engagement erhielt Herr Heling sehr verdient den mit 1.000 Euro dotierten Umweltpreis 2015 seiner Heimatstadt Bad Bevensen. Der „Niedersächsische Jäger“ betitelte die „beispielhafte Erfolgsgeschichte“ Ernst Helings in seiner Ausgabe 2/2019 sehr passend mit: „Ein Mann, eine Mission“.

„Mein persönliches Anliegen als Naturfreund und Jäger besteht unvermindert darin, der nachgewiesenermaßen zunehmenden Naturferne von Kindern und Jugendlichen entgegenzuwirken“, beschreibt Ernst Heling seine Intention. Und das schaffte er auch immer und immer wieder, nur bezahlt durch das Funkeln in den Augen der Kinder, wenn sie die Schönheit der Natur in all ihren Facetten entdecken.

Wer Ernst Heling einmal persönlich kennenlernen und erleben durfte, dem fällt es nicht schwer diesen Mann zu beschreiben. Denn Ernst Heling ist ein Jäger von altem Schrot und Korn und das mit Leib und Seele. Die Liebe zu Natur und Wild wird von ihm gelebt, Passion und Bodenständigkeit zeichnen ihn dabei aus. Seit vielen Jahren engagiert sich Herr Heling getreu dem Motto „Was Menschen nicht kennen, werden sie nicht schützen“ ehrenamtlich, erst in der Deutschen Wildtierstiftung und dann in der Jägerstiftung natur+mensch, um es vor allem Kindern zu ermöglichen, die Liebe zu ihrer Umwelt zu entwickeln, die Ernst Heling selbst seit frühester Kindheit eigen ist.

Wie so viele Flüchtlinge in dieser Zeit musste auch Ernst Heling mit seinen Eltern und Brüdern zum Ende des Krieges das Rittergut der Familie in Mohrungen in der alten Heimat Ostpreußen über Mecklenburg verlassen. Aufgrund von verwandtschaftlicher Bindung hatte die Familie das Glück im Gutshaus Gehrdts in Eppensen unterzukommen und dort zwei Zimmer beziehen zu dürfen.

Es war der Silvestertag des Jahres 1945, an dem die Flucht endete, erinnert sich Herr Heling. Waren die neuen Gegebenheiten für die Eltern verständlicherweise nicht einfach zu meistern, so begann für Ernst Heling eine unbeschwerte Zeit voller Abenteuer in der neuen niedersächsischen Heimat, in der er seine Affinität zur Natur weiter stärkte und seine Liebe zur Jagd entwickelte. Täglich über die umliegenden Felder und durch die nahen Wälder stromernd, konnte er sein wohl angeborenes Interesse am Landleben und der Natur in vollen Zügen ausleben. „Alles war interessant – vom kleinen Zaunkönig bis hin zur Beobachtung der Bauern, die in dieser Zeit ihre Felder noch mit Pferden pflügten“, erinnert sich Heling.

Ernst Heling jung

Foto: Privat

Die Jahre zwischen 1950 und 1956 waren dann die entscheidenden auf seinem Weg zum Jäger. Seit Weihnachten 1950 stolzer Besitzer einer Luftbüchse der Marke „Wagria“ im Kaliber 4,5, begann der damals 12-jährige Ernst seine ersten eigenen jagdlichen Schritte zu machen. Stolz führte er damals schon ein detailliertes Schussbuch, in dem sich folgendes wiederfindet: „Von Weihnachten 1950 bis zum 1. Juli 1952 erlegt: 82 Spatzen, 9 Eichelhäher und ein Karnickel“. Sein Vater hatte ihm vorher dezidierte „Freigaben“ erteilt, was der junge Mann erlegen durfte und was nicht. Diese Praxis ist der damaligen Zeit geschuldet und heute natürlich so nicht mehr vorstellbar.

Jagdlich weiter gefördert wurde Ernst durch seinen hochpassionierten und jagdlich erfahrenen Onkel Hartwig Becker, der Ernst mit zur sommerlichen Bockjagd und zu den herbstlichen Tauben- und Hühnerjagden, den winterlichen Ansitzen auf weibliches Rehwild und zu diversen Treibjagden nach Walmstorf, Emmendorf, Veerßen und Melbeck, stets begleitet durch dessen Großen Münsterländer, mitnahm. Vor allem die Zeit alleine auf dem Hochsitz, ohne etwas erlegen zu dürfen, schulte Herrn Heling nach eigener Aussage ungemein und machte ihn sehr intensiv mit der Jagd vertraut.

Ernst Heling mit Beute

Foto: Privat

So vorgebildet begann für Herrn Heling endlich der Jungjägerlehrgang der Kreisgruppe im DJV in Uelzen, zusammen mit etwa 70 weiteren Interessierten. Alles Männer, so war dies damals noch. Die Jägerprüfung im Frühjahr 1956 bestand er problemlos und konnte von nun an, ganz legal, seiner jagdlichen Passion mit der Waffe nachgehen.

Mit den Jahren wurden die Strecken bunter, das erste Stück Schalenwild, eine Ricke kam zur Strecke und sein erster Rehbock sollte im Juni 1960 folgen. Zwischenzeitlich wurde Herr Heling am 05. Oktober 1959 zur Bundeswehr nach Lüneburg einberufen, in der er sein ganzes Berufsleben lang als Offizier unserem Land diente.

Ernst Heling ist „seinem“ Landkreis Uelzen bis heute treu geblieben. Mittlerweile stolze 80 Jahre alt, die man ihm in keiner Weise ansieht, lebt er in Bad Bevensen und jagt, dank ihm zugewandter Jagdherren, noch heute mit großer Begeisterung.

Nach über 40 Jahren Dienst für sein Vaterland entließ ihn die Bundeswehr in den wohlverdienten Ruhestand. Doch wer Herrn Heling kennt, der konnte schon erahnen, dass diese „Ruhe“ nicht lange anhalten würde. So suchte sich Heling ein neues Betätigungsfeld und engagierte sich zuerst im Rahmen der „Spatzen-Retter-Aktionen“ der Deutschen Wildtier Stiftung und machte sämtliche Grundschulen und über 40 Kindergärten seines Heimatlandkreises Uelzen mit der „Janosch Spatzenkiste“ und den Spatzen-Reihenhäusern bekannt.

Wenig später wurde er auf die naturpädagogischen Projekte der Jägerstiftung natur+mensch, den „Lernort-Natur-Koffer“ und den „Waldrucksack“ aufmerksam.

Der Lernort-Natur-Koffer der Jägerstiftung natur+mensch

Der Lernort-Natur-Koffer der Jägerstiftung natur+mensch

Mit dem Lernort-Natur-Koffer hat die Jägerstiftung eine Materialsammlung zusammengestellt, die Erzieher/-innen oder Lehrkräften von Kindern im Kindergarten- und Grundschulalter, die erst wenig oder gar keine Erfahrung im Bereich Naturpädagogik haben, den Einstieg in dieses spannende und wichtige Feld so einfach wie möglich macht. Dazu werden den Pädagogen, neben diversen Hilfsmitteln zur Gestaltung eines lebendigen Unterrichtes, wie u. a. Becherlupen, Augenbinden, diverse Fellstücke heimischer Wildtiere, egal ob drinnen oder draußen in der Natur, vorgefertigte Unterrichtseinheiten an die Hand gegeben, mit denen es ein Leichtes ist, die einzelnen Spiel- und Lerneinheiten durchzuführen.

Der Waldrucksack der Jägerstiftung natur+mensch

Der Waldrucksack der Jägerstiftung natur+mensch

Der Waldrucksack wurde speziell für Schülerinnen und Schüler der Klassen 5, 6, 7 und 8 aller Schulformen in Deutschland konzipiert und fördert im Unterricht die Wissensvermittlung in Kombination mit dem Naturerlebnis in den vier Themenbereichen Wald, Tiere, Wertschöpfung und Jahreszeiten. Der Einsatz des Rucksacks kann je nach Lerngruppe mit einem spielerischen Fokus oder mit einer medialen Ausrichtung erfolgen. Da die heutige Jugend sehr technikaffin ist, enthält der Waldrucksack vielfältiges technisches Equipment zur Entdeckung und Erforschung der heimischen Natur (1 Wildkamera, 3 USB-Mikroskope, 1 Nachtsichtgerät und 5 Sammelbehälter) sowie 25 Unterrichtseinheiten mit umfangreichem didaktischen Material als Kopiervorlagen und auf einem USB-Stick.

Dank Herrn Heling konnten alle weiterführenden Schulen des Landkreises mit dem Waldrucksack und weit über 20 Kindergärten und Grundschulen mit dem Lernort-Natur-Koffer ausgestattet werden. Da diese beiden Projekte über Spenden finanziert werden (480 Euro für den Lernort-Natur-Koffer und 580 Euro für den Waldrucksack), tritt Herr Heling regelmäßig beispielsweise an Sparkassen, Volksbanken, Rotary Clubs und viele weitere heran, um den pädagogischen Einrichtungen keine Kosten zu verursachen. „Es werden Sponsoren für die Aufwendung solcher Mittel gesucht und ich habe mir vorgenommen, solche zu akquirieren, weil ich den Kindergärten und Schulen, die sich in unterschiedlichen Trägerschaften befinden, die Übernahme der genannten nicht zumuten möchte. Gleichwohl bin ich der Auffassung, dass diese Mittel sehr gut, sinnvoll und zielführend angelegt und dass auch wir Jäger als Naturfreunde, als Natur-, Tier- und Artenschützer im Interesse unserer nachwachsenden Generation und in unserem eigenen Interesse hier angesprochen sind. Ich halte diese und ähnliche Aktivitäten durchaus für einen nachhaltigen Beitrag zum Abbau der heute viel beklagten Naturferne vieler Kinder und Erwachsener“, führt Herr Heling dazu aus.

Der Erfolg, den er dabei bei den Kindergärten und Schulen und vor allem bei den Kindern erzielt, gibt ihm recht. Das Lachen und die Freude der Kinder, die spielerisch Natur und Wald erkunden und dabei noch von erlebnisorientiertem Lernen profitieren, ist sowieso unbezahlbar!

Wir von der Jägerstiftung natur+mensch sagen Herrn Heling herzlichen Dank für seinen unermüdlichen Einsatz für die Naturbildung unserer Kinder und die Jägerstiftung. Denn nur wer die Natur kennt und sie lieben gelernt hat, der wird sich auch für deren Erhalt einsetzen – sei es als ganz junger oder schon etwas älterer Mensch.

Weitere Informationen zum Lernort-Natur-Koffer finden Sie hier.

Weitere Informationen zum Waldrucksack finden Sie hier.

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