1. März bringt Jäger an den Rand der Verzweiflung

Hessischer Landesjagdverband erneuert zum Start der Raubsäuger-Schonzeit seine Kritik an der schwarz-grünen Landesregierung.

Waschbär

Foto: katka451

Der 1. März ist für Hessens Jägerinnen und Jäger wieder einmal ein Anlass, sich gewaltig zu ärgern. Und zwar über die schwarz-grüne Landesregierung und deren schonenden Umgang mit tierischen Räubern. „Es geht wieder los“, klagte der hessische Landesjagdverband (LJV) nun pünktlich vor dem Monatsersten und stellte unmissverständlich klar, dass die bevorstehende „sinnlose Schonzeit“ für Fuchs und Waschbär den Artenschutz gefährde.

„Wir müssen in Hessen auf eine wissensbasierte Regelung zurückkommen“, verlangte LJV-Präsident Prof. Dr. Jürgen Ellenberger angesichts der aktuell gültigen Vorgaben, die im April 2016 in der neuen hessischen Jagdverordnung verankert wurden. „Eine Schonzeit für Fuchs und Waschbär in den Frühjahrs- und Sommermonaten steht völlig im Widerspruch zum Artenschutz, den die Jägerinnen und Jäger in Hessen jeden Tag in ihren Revieren leisten“, sagte Ellenberger laut einer Pressemitteilung. Besonders zur Brutzeit seltener Bodenbrüter wie Feldlerche, Kiebitz und Rebhuhn stelle die Schonzeit ein großes Problem dar. Aber auch junge Feldhasen oder die wenigen Feldhamster seien ihren Fressfeinden hilflos ausgesetzt.

Neben der Verbesserung der Lebensräume sei die Bejagung die effektivste Möglichkeit, um den hohen Fraßdruck auf die Jungtiere und die auf den Nestern sitzenden Elterntiere zu verringern. Erst vor wenigen Tagen hatte der hessische LJV in einer Reaktion auf ein „Fachgespräch“ der grünen Landtagsfraktion verdeutlicht, dass moderne und international zertifizierte Fallensysteme einen sicheren und tierschutzgerechten Fang zum Beispiel von Füchsen, Waschbären und Steinmardern garantieren (wir berichteten).

Auch die Bewohner des ländlichen Raums, die unter dem Waschbären leiden, gehen im Herbst in Hessen an die Wahlurnen

Mit der Schonzeit für den Waschbären widerspricht die hessische Jagdverordnung laut LJV auch einer EU-Verordnung zur Eindämmung invasiver gebietsfremder Arten (wir berichteten). Jürgen Ellenberger forderte Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) daher zum wiederholten Male auf, die EU-Verordnung umzusetzen und die Schonzeit für Waschbären sofort aufzuheben. Die Bewohner des ländlichen Raums, die in ihren Häusern oder Gärten unter dem Waschbären zu leiden haben, würden schließlich im Oktober genauso an die Wahlurnen gehen, um einen neuen hessischen Landtag zu wählen, wie die rund 20.000 im LJV organisierten Jägerinnen und Jäger.

Im Juni vergangenen Jahres hatte die schwarz-grüne Landtagsmehrheit einen Vorstoß abgeschmettert, mit dem SPD und FDP die Abschaffung der Waschbären-Schonzeit erreichen wollten (wir berichteten). Umweltministerin Hinz erlaubte im Mai per Ausnahmegenehmigung lediglich die Bejagung von Waschbären in der Rhön (wir berichteten). Dadurch wollte die Grünen-Politikerin vor allem die in dem Biosphärenreservat lebenden Birkhühner schützen.

Schäden, die von Waschbären angerichtet wurden, können Bürger auf der Webseite www.waschbaerschaeden.de melden. Der Landesjagdverband sammelt diese Meldungen und leitet sie an die Landesregierung weiter.

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