36 Millionen Euro für den Artenschutz

Das Land Baden-Württemberg investiert in den beiden folgenden Jahren eine eindrucksvolle Summe in den Erhalt der Artenvielfalt.

Balzender Auerhahn

Foto: Dieter Hopf

Gute Nachrichten aus Baden-Württemberg: Das Landeskabinett hat ein Programm zum Erhalt der Artenvielfalt freigegeben, einer Pressemitteilung des Staatsministeriums Baden-Württemberg zufolge. Geplant ist eine finanzielle Unterstützung in Höhe von 30 Millionen für die kommenden beiden Jahre. Weitere sechs Millionen sollen in begleitende Monitoringmaßnahmen investiert werden. „Das Programm ist unsere Antwort auf das Insektensterben und gibt uns die Möglichkeit, schnell und zielgerichtet zu agieren“, erklärte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen).

Mit dem Geld sollen insbesondere Landwirte, Waldbesitzer und Schäfer die Möglichkeit erhalten, konkrete Projekte zum Schutz der Artenvielfalt umzusetzen, heißt es in einem Bericht auf stimme.de. Dazu gehören Maßnahmen wie Wiesenblumen an Feld- und Straßenrändern zu säen, Moore zu schützen und Wacholderheiden freizuhalten. Eine erweiterte Unterstützung wird es auch für das Anlegen von Blumenwiesen geben. Bislang erhielten Bauern maximal 710 Euro pro Hektar, eine Förderung bis zu fünf Hektar war möglich. Künftig soll dies ausgeweitet werden.

Das Geld für den Ausbau der Landwirtschaft wird auf fünf Schwerpunkte verteilt, darunter Regionen im Nordosten, im Schwarzwald, im Alpenvorland, auf der Schwäbischen Alb und im Rheintal. Im Programm eingeplant ist eine Entschädigung für die Landwirte aufgrund einer geringeren Nutzung ihrer Flächen. Geld sollen auch die Landwirte in den 1000 Naturschutzgebieten erhalten, um Landschaften wie beispielsweise die Wacholderheiden für die Artenvielfalt zu bewahren.

Zu den zu schützenden Tierarten zählt unter anderem der Auerhahn. Das Programm legt unter dem Motto „Lücken für die Küken“ eine Erhöhung des Bestandes von derzeit 190 Auerhühnern und -hähnen auf mindestens 300 fest. Dazu sollen die Bedingungen für die Aufzucht optimiert werden.

Das Programm stoße aber auch auf Gegenwehr, berichtet stimme.de. So sehe die FDP im Landtag weite Teile des Sonderprogramms als „blinden Aktionismus auf Kosten der Steuerzahler“. Grünen-Fraktionschef Andreas Schwarz hält dagegen, dass Baden-Württemberg als erstes Bundesland einen Plan zur Verringerung von Pflanzenschutzmitteln wie das umstrittene Glyphosat aufgestellt habe.

Dass auch in anderen Bundesländern viele Tierarten bedroht und Maßnahmen zum Schutz und Erhalt der Tiere notwendig sind, zeigen die zahlreichen weiteren Projekte von Jägern, Landwirten und Behörden:
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