Artenschutz und Jagdtourismus: Hendricks in Brüssel abgewatscht

Der Vorstoß, bei der EU-Kommission eine weitere Verschärfung der Trophäeneinfuhr zu erreichen, ist gescheitert.

Barbara Hendricks

Foto: BMUB/Thomas Imo

Die deutsche Umweltministerin Dr. Barbara Hendricks (SPD) ist mit ihrem Versuch gescheitert, eine weitere Verschärfung der Trophäeneinfuhr bei der EU-Kommission zu erreichen (wir berichteten). Danach sollten in Zukunft Beamte bei der Einfuhr der Jagdtrophäen von Wildarten, die gar nicht gefährdet sind (Anhang B), in jedem Einzelfall eine umfangreiche wissenschaftliche Prüfung vornehmen. Bereits vor einiger Zeit hatte das Umweltministerium eine solche Überprüfung bei sechs Tierarten des Anhangs B durchsetzen können.

Mit großer Mehrheit der Mitgliedsstaaten wurde nunmehr der neue deutsche Antrag in Brüssel abgelehnt, auch von den Fachleuten der EU selbst. Nicht wissenschaftlich begründet, unnötig, zu bürokratisch und über die Köpfe der Betroffenen in Afrika hinweg, lauteten die Ablehnungsgründe.

Bereits im Vorfeld hatten die Direktoren der EU-Mitgliedstaaten für Wildtiermanagement und Jagd, die gleichzeitig in Estland tagten, den Antrag aus fachlicher Sicht abgelehnt und eine Mitwirkung bei der Entscheidungsfindung gefordert. Das deutsche Landwirtschaftsressort war von den Beamten des Hauses Hendricks gar nicht beteiligt worden, obgleich dies in der „Gemeinsamen Geschäftsordnung der Bundesregierung“ zwingend vorgeschrieben ist.

Allerdings stand das Ministerium wohl im Wort, denn es hatte einer Gruppe deutscher Tier- und Naturschutzorganisationen – darunter Deutscher Naturschutzring und Nabu – diese Initiative zugesagt, als diese am 17. Mai eine Petition für ein Verbot der Einfuhr von Jagdtrophäen dem zuständigen Staatsekretär Jochen Flasbarth überreichten. Dieser war früher selbst hauptamtlicher Präsident des Nabu. „Ein Geschenk an die Tierrechtslobby“, urteilte deshalb auch der Generalsekretär der europäischen Jagdverbände (FACE), Ludwig Willnegger. Und der Deutsche Jagdverband (DJV) nannte den Vorstoß rein „ideologisch motiviert“ und forderte: „Politik von Umweltministerin Hendricks stoppen.“

Ähnlich wie das NRW-Umweltministerium des inzwischen abgewählten Ministers Johannes Remmel von den Grünen scheint sich auch das Bundesumweltministerium mit einer Politik gegen Jäger und andere Naturnutzer profilieren zu wollen. Die Abgesandten kündigten jedenfalls nach der Ablehnung ihrer Vorlage an, dass sie sich weiter für eine Erschwerung der Trophäeneinfuhr einsetzen würden, und stellten einen neuen Antrag in Aussicht.

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