Artenschützer wollen „Windradprofiteuren“ das Handwerk legen

Windräder

Deutschlandweit häufen sich die Zerstörungen von Brutstätten gefährdeter Vogel- und Fledermausarten. Das hat jetzt der Verein für Landschaftspflege und Artenschutz in Bayern e.V. (VLAB) angeprangert. „Durch diese Umwelt-Straftaten soll der Bau von Windrädern in sensiblen Gebieten ermöglicht werden“, schreibt der VLAB.

Erst vor wenigen Wochen hätten „unbekannte Täter“ den Horst eines Rotmilan-Paares am Fichtelgebirgsrand in Oberfranken zerstört. Zwei Jungvögel seien dadurch vermutlich getötet worden. Der Greifvogel-Horst liegt dem VLAB zufolge auf dem Areal eines Vorranggebietes für Windkraftanlagen. „Mutmaßlich wurde die Straftat durch Windradprofiteure verübt“, heißt es in der Mitteilung. Auch nach der Entdeckung dreier toter Milane im thüringischen Clinga im August hatten Naturschützer eine Verbindung zum Ausbau von Windkraftanlagen hergestellt (wir berichteten).

Der VLAB will nun in einem Schreiben an die Umwelt- und Justizministerien der Länder und an das Bundesumweltministerium wirksamere Maßnahmen gegen diese „zunehmenden und unerträglichen Umwelt-Straftaten“ fordern: Neben einer konsequenteren Strafverfolgung könne – nach einer Zerstörung von Brutstätten – ein generelles Bauverbot für Windräder in dem jeweiligen Gebiet Abhilfe schaffen und den „Zerstörungsanreiz durch Windradprofiteure verhindern“.

Die Botschaft solle lauten: „Wer im Umfeld von geplanten Windrädern die Lebensräume und Brutstätten von Schwarzstorch, Rotmilan, Wespenbussard und Fledermäusen zerstört, hat keine Möglichkeit, sein Ziel zu erreichen.“

Der Verein für Landschaftspflege und Artenschutz in Bayern e.V. wurde im Juli 2015 als neue bayerische Umweltvereinigung anerkannt. Mit Enoch Freiherr zu Guttenberg und Hubert Weinzierl bilden zwei bundesweit bekannte Umweltschützer das Ehrenpräsidium des VLAB.

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