ASP-Angst: Polen setzt auf 1000 Kilometer Zaun

Um seine östlichen Grenzen gegen Wildschweine zu sichern, die an Afrikanischer Schweinepest leiden, investiert Polen in den kommenden Jahren mehr als 70 Millionen Euro.

Zaun

Symbolbild

Polen schirmt sich gen Osten ab: Aus Angst vor einer Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) sollen die polnischen Grenzen zu Weißrussland und der Ukraine noch in diesem Jahr mit einem Zaun gesichert werden. Dieser soll eine Gesamtlänge von bis zu 1000 Kilometern erreichen.

Im benachbarten Tschechien war bereits im vergangenen Jahr ein Elektrozaun zum Schutz vor ASP-infiziertem Schwarzwild errichtet worden (wir berichteten). Dabei ging es allerdings „nur“ um eine Länge von 45 Kilometern. Wie bauernzeitung.ch berichtete, kündigte der stellvertretende polnische Landwirtschaftsminister Rafał Romanowski nun den Baubeginn der 1000-Kilometer-Konstruktion noch für dieses Jahr an. Geplant sei eine durchgängige Zaun-Höhe von zwei Metern, zudem solle eine 50 Zentimeter tiefe Verankerung im Boden verhindern, dass Wildschweine sich unter dem Zaun hindurchwühlen. In den kommenden drei bis vier Jahren wird dem Bericht zufolge mit Kosten von mehr als 70 Millionen Euro gerechnet. Zunächst sollen die bekannten Schwarzwild-Wanderungsrouten abgezäunt werden, anschließend nach und nach die Lücken dazwischen ebenfalls geschlossen werden.

Romanowski unterstrich laut dem Bericht die Notwendigkeit der Maßnahme. Solange die Möglichkeit gegeben sei, dass infizierte Wildschweine aus den östlichen Nachbarländern nach Polen kommen, könnten eine Reduzierung der Bestände und eine Verringerung des ASP-Risikos nicht erfolgreich sein.

Die Angst vor einer Ausbreitung der Seuche hatte den polnischen Staatspräsidenten Andzrej Duda zu Jahresbeginn bereits zu einer besonderen Maßnahme veranlasst: Polnische Jäger können Sonderurlaub erhalten, um sich an der wirksamen Bekämpfung der ASP zu beteiligen (wir berichteten).

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