ASP: Schutz von Elterntieren wird gelockert

In Baden-Württemberg hat das Agrarministerium mehrere Regeländerungen für die Jagd erlassen.

Wildschweine mit Frischlingen

Foto: Karl-Heinz Fritschek

Um ein Näherrücken der Afrikanischen Schweinepest (ASP) zu verhindern, hat das baden-württembergische Agrarministerium jetzt mehrere Regeländerungen für die Jagd erlassen – unter anderem geht es dabei um eine Lockerung des Elterntierschutzes. Zudem wurde die Jägerschaft dazu aufgefordert, das Schweinepest-Monitoring bei Schwarzwild zu intensivieren.

„Zur Prävention der Afrikanischen Schweinepest sind angesichts der drohenden wirtschaftlichen Schäden die jagdlichen Bemühungen zu intensivieren und deren Erfolgschancen möglichst zu steigern“, heißt es in dem Ministeriumserlass, den die Kreisjägervereinigung Ravensburg veröffentlichte. Derzeit werde eine Allgemeinverfügung vorbereitet, die das Verbot künstlicher Lichtquellen bei der Schwarzwildbejagung einschränken solle. Bis zum Inkrafttreten dieser Verfügung würden Zuwiderhandlungen nicht mehr verfolgt, die Vorgaben des Waffenrechts seien jedoch weiterhin zu beachten. Insbesondere gelte, dass die Lichtquellen keinesfalls mit der Schusswaffe verbunden werden dürfen.

In dem Ministeriumserlass wird betont, dass effizient durchgeführte Drückjagden zur ASP-Prävention unerlässlich sind. Dabei solle der Schwerpunkt auf der Erlegung der Frischlinge liegen. „Die Ergebnisse der Wildforschung unterstreichen jedoch auch die Notwendigkeit, adulte Bachen zu erlegen, da diese eine ganz entscheidende Rolle bei der Reproduktion spielen“, heißt es weiter. Nach dem Stand der Forschung gelte beim Schwarzwild die Abhängigkeit von Frischlingen bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Tiere ihre Streifen verlieren. Basierend auf den reproduktionsbiologischen Erkenntnissen gebe es abhängige, gestreifte Frischlinge im Zeitraum von Mitte Oktober bis Ende Januar nur in Ausnahmefällen. Daher gelte dem Erlass zufolge ein fahrlässiger Abschuss einer für die Aufzucht notwendigen Bache im Rahmen von Bewegungsjagden im Zeitraum vom 15. Oktober bis zum 31. Januar künftig nicht mehr als Ordnungswidrigkeit. Von einer Aufforderung zur Selbstanzeige an die Erleger sei in diesen Fällen abzusehen. Dies gelte jedoch nicht bei vorsätzlicher Erlegung einer zur Aufzucht notwendigen Bache.

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