"Ausgeremmelt"

„Ausgeremmelt“ jubeln Jäger in Nordrhein-Westfalen. Das Jagdgesetz des abgewählten Umweltministers Johannes Remmel ist seit diesem Donnerstag endgültig Geschichte. Und wohl auch die Hoffnung, dass andere Bundesländer nachziehen.

Johannes Remmel

Foto: Bernd-Schälte-Bildarchiv-des-Landtags-Nordrhein-Westfalen_johannes_remmel.jpe

Dass die Jagdgesetzgebung des Religionslehrers Remmel zu den Sargnägeln der rot-grünen Regierung in der einstigen SPD-Hochburg an Rhein und Ruhr gehört, gilt als ausgemacht. Ebenso, dass der Kampf gegen dieses Gesetz Jägerinnen und Jäger mobilisierte wie sonst kaum ein Streitthema.

Seit der Landtagswahl im vergangenen Jahr ist die rot-grüne Mehrheit futsch und Jagdgegner aus der ganzen Republik müssen erleben, wie das Pionier-Stück jagdfeindlicher Gesetzgebung gestern von der Düsseldorfer Landtagsmehrheit entsorgt wurde. Auch ein gutes Vorzeichen für die Debatte um das Jagdgesetz im Bund: Parteien, die es den Jagdgegnern besonders recht machen wollten, sind gewarnt.

Bianca Winkelmann, umweltpolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion, erklärt dazu: „Endlich ist es soweit: In Nordrhein-Westfalen tritt ein modernisiertes und nachhaltiges Jagdgesetz in Kraft. Unnötige Bürokratie wird abgebaut und praxisferne Einzelbestimmungen aufgehoben. Es gibt den Jägerinnen und Jägern wieder einen angemessenen Rahmen für eine nachhaltige und waidgerechte Jagd. Wir sprechen der Jägerschaft an dieser Stelle auch unseren Dank aus. Indem sie ihre vielfältigen Aufgaben wahrnehmen, und beispielsweise Reviere nachhaltig bewirtschaften, dienen die Jäger dem öffentlichen Interesse. Wir haben von Beginn an gesagt, dass wir eine praxisgerechte und anwendungsorientierte Regelung der Jagd wollen, die möglichst wenig vom Bundesrecht abweicht." 

Ralph Müller-Schallenberg, der Präsident des Landesjagdverbandes Nordrhein-Westfalen, kommentierte gestern: „Das neue Landesjagdgesetz orientiert sich endlich wieder an guten jagdpraktischen Erfordernissen und mehr Bundeseinheitlichkeit. Die jagdpolitische Wende in Nordrhein-Westfalen zu mehr jagdpraktischer Vernunft ist damit besiegelt.“

Der Jägerpräsident spricht „handwerkliche Fehler“ der Remmel-Novelle an, die nun „durch praxisnahe Entscheidungen unter Beachtung naturschutzfachlicher und sozialer Anforderungen behoben“ worden seien. Dafür habe der Landesjagdverband „mit den Partnern des ländlichen Raumes über Jahre erfolgreich gekämpft.“

Nebenbei: Die Jagdabgabe, die bisher vom Staat erhoben wird, fällt mit dem neuen Gesetz zwar weg. Aber das Geld wird wohl weiter fließen, allerdings künftig in Eigenverantwortung der Jägerschaft für Projekte, die der Jagd und der Natur nützen.

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