Baden-Württemberg hebt Schonzeit auf

Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) bringt in Baden-Württemberg einen Zwölf-Punkte-Plan auf den Weg. Zur ASP–Prävention soll verstärkt weibliches Schwarzwild erlegt werden. 

Wildschwein im Feld

Foto: Ryszard Adamus

Angesichts der drohenden ASP klingeln bei Peter Hauk (CDU), baden-württembergischer Minister für Ländlichen Raum, Verbraucherschutz und Landwirtschaft, schon lange die Alarmglocken (wir berichteten). So forderte er bereits Anfang Januar umfangreiche Maßnahmen, darunter auch die Aufhebung der Schonzeiten für Schwarzwild im März und April.

Diese und weitere Maßnahmen werden laut einem Bericht des Online-Portals Stimme.de am morgigen Freitag in einem Zwölf-Punkte-Plan auf den Weg gebracht. Unter anderem wird in dem Konzept gefordert, dass Jäger in Baden-Württemberg wegen der drohenden Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest verstärkt weibliche Wildschweine erlegen sollen. „Die Bejagung von weiblichen Wildschweinen mit Frischlingen“ bezeichnete Hauk als ein „Mittel zur wirksamen Reduktion der Schwarzwildbestände im Südwesten“. Darüber hinaus wird die zweimonatige Schonzeit für die Bejagung von Schwarzwild in diesem Jahr einmalig ausgesetzt. 

Bereits am Dienstag hatte der grün-schwarze Ministerrat den Maßnahmenplan gebilligt, berichtete das Portal. Für das gesamte Konzept, das als Vorbeugungsmaßnahme gegen einen möglichen Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest gilt, plant die grün-schwarze Landesregierung mit Zusatzkosten in Höhe von bis zu drei Millionen Euro.

Update:
Der Maßnahmen-Plan diene im Falle eines Ausbruches der ASP dazu, handlungsfähig zu sein und eine Ausbreitung der Seuche bestmöglich zu verhindern, sagte Hauk am Freitag bei einer Pressekonferenz zu seinem Zwölf-Punkte-Plan. „Um die Wildschweinbestände abzusenken, müssen auf großer Fläche schlicht mehr Tiere erlegt werden. Dabei wird das Land die Jäger unterstützen“, versprach der Minister in einer Pressemitteilung, die das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg veröffentlichte. Die Zulassung technischer Hilfsmittel solle die Nachtjagd auf Wildschweine erleichtern, heißt es dort weiter. Der Maßnahmenplan sieht außerdem eine kurzfristige und zeitlich begrenzte Anwendung von Nachtzieltechnik in Form von Nachtsichtvorsätzen und -aufsätzen im Rahmen jagdbehördlicher Beauftragung bestimmter Jäger vor. Dies sei ein weiteres schnelles und wirksames Instrument zur Bekämpfung der ASP an besonderen Problemschwerpunkten. Zudem werde im Staatswald der Einsatz von sogenannten Saufängen in begrenztem Umfang pilothaft erprobt.

Der Maßnahmenplan ist hier einsehbar.

Weitere Antworten und Fakten zur Afrikanischen Schweinepest können Sie hier nachlesen.

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