Bartgeier

Foto: Moning/LBV

Bartgeier kreisen wieder über Bayern

In Bayern sind jetzt gleich drei der in Europa sehr seltenen Bartgeier gesichtet worden. Wie der Landesbund für Vogelschutz (LBV) mitteilt, wurde im März ein Vogel sowohl im Naturschutzgebiet Allgäuer Hochalpen als auch in der Nähe der Gemeinde Oberstdorf beobachtet. Da der Geier eine Flügelmarkierung trug, konnte er eindeutig identifiziert werden. Ein zweites, unmarkiertes Tier überflog das Trettachtal. Ende März zog dann laut „Abendzeitung“ erneut ein Vogel bei Oberstdorf seine Bahnen – unmarkiert und älter als das Exemplar aus dem Trettachtal.

Die Kadaverfresser mit knapp drei Metern Flügelspannweite suchen zurzeit gezielt Lawinenfelder nach verunglückten Tieren ab. Der LBV bittet deshalb alle Wanderer und Skifahrer, Beobachtungen der faszinierenden Greifvögel umgehend zu melden.

Bartgeier im Flug

Bartgeier „Fortuna“ fliegt über einen Wald bei Oberstdorf. (Foto: Henning Werth/LBV)

Das markierte Bartgeier-Männchen namens „Fortuna“ wurde dem LBV zufolge erst 2015 in den Hohen Tauern freigelassen. So wie „Fortuna“ waren die meisten der in den Alpen bislang beobachteten Junggeier ausgewilderte Tiere. Eine individuelle Identifizierung ist dabei möglich, da einzelne Federn der Tiere vor der Freilassung gebleicht wurden.

Junge Bartgeier sind in der Lage, gewaltige Strecken zurückzulegen. So pendelt „Fortuna“ laut Auskunft der österreichischen Projektbetreuer bereits seit einigen Monaten nahezu unbemerkt zwischen dem Tiroler Lechtal und den Allgäuer Hochalpen. Ein kurzer Ausflug führte den Geier Ende August 2015 sogar bis in den Schwarzwald. 

Nach der Ausrottung des Bartgeiers in den Alpen wird in einem internationalen Gemeinschaftsprojekt seit 30 Jahren versucht, den farbenprächtigsten europäischen Greifvogel wiedereinzubürgern. „Da die Vögel aber erst nach sechs Jahren geschlechtsreif sind und in freier Wildbahn nur etwa alle zwei bis drei Jahre einen Jungvogel großziehen, breiten sich die Bestände nur äußerst langsam aus“, erklärt der LBV-Biologe Henning Werth.

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