Bejagungsschneisen: Rechtsunsicherheit wird reduziert

In Bayern und Brandenburg dürfen sich Bauern auf weniger Bürokratie bei der Anlage von Blühstreifen freuen.

Maisfeld

Die Anlage von Blühstreifen und Bejagungsschneisen wird für Landwirte in Brandenburg und Bayern einfacher. Denn in den Bundesländern ist die Anlage solcher Schneisen direkt im Mais wieder möglich. Seit 2014 war in den Agraranträgen der Nutzungscode „Mais mit Bejagungsschneisen“ nicht mehr angeboten worden. Der Grund lag in einer neuen EU-Nomenklatur.

Infolge der neuen sogenannten Mischcodes entfalle die Notwendigkeit des Herausrechnens dieser Flächen aus der bewirtschafteten Ackerfläche. Konkret heißt dies für Landwirte: ein geringerer bürokratischer Aufwand und eine Reduzierung der Rechtsunsicherheit. „Das bedeutet für uns Landwirte eine große Erleichterung“, sagte Henrik Wendorff, Präsident des Landesbauernverbandes Brandenburg, gegenüber topagrar.

Einen Appell, diesem Beispiel zu folgen, richtete Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), in einer Pressemitteilung an die übrigen Länderagrarminister. Die Vorstände der Bundesarbeitsgemeinschaft der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer (BAGJE), Clemens Freiherr von Oer (Westfalen-Lippe) und Hans-Heinrich Ehlen (Niedersachsen), untermauerten Rukwieds Meinung. Produktionsintegrierte Schneisen würden zur Verbesserung der Biodiversität beitragen und die notwendige Bejagung von Schwarzwild erleichtern, heißt es in einem Bericht von topagrar.

Die Landwirte können dadurch auf eine Eindämmung der Wildschweinpopulation hoffen. Besonders Brandenburg leidet seit längerem unter einer stark anwachsenden Population. Die Schwarzkittel verwüsten immer wieder Maisfelder und vernichten so die Ernte.

Eines könnte die Landwirte dennoch davon abhalten, Blühstreifen anzulegen. Für die Anrechnung der Schneisenflächen als Ökologische Vorrangfläche sei noch immer eine getrennte Erfassung und Beantragung erforderlich, bedauern die Vertreter von DBV und BAGJE.

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