Demonstranten fordern sofortige Jagd auf Wölfe

Mehr als 300 Brandenburger protestieren vor dem Potsdamer Landtag gegen die fortschreitende Ausbreitung der Raubtiere.

Wolf

Foto: Dieter Hopf

Mehr als 300 Menschen haben am Samstag vor dem Landtag in Potsdam gegen die Ausbreitung der Wölfe protestiert. „Wir fordern die Landesregierung auf, große Teile unseres Landes zur wolfsfreien Zone zu machen“, sagte der Präsident des Bauernbundes Brandenburg, Marco Hintze. „Überall, wo Menschen und Weidetiere sind, müssen Wölfe konsequent gejagt werden, und zwar sofort.“ Brandenburg habe eine viermal so hohe Wolfsdichte wie Schweden und dort werde scharf geschossen, erklärte Hintze laut einer Pressemitteilung.

Vor einer „systematischen Verharmlosung“ des Großraubtiers warnte der Forstwirt Christoph Rechberg: „Es ist eine Illusion zu glauben, die Wolfspopulation würde sich irgendwann selbst regulieren oder es gäbe andere Möglichkeiten, sich dagegen zu schützen als mit dem Gewehr.“ Der Biolandwirt Reinhard Jung berichtete von seinem Fachwerkbauernhof in Lennewitz, auf dem er die alte Nutztierrasse Rotbuntes Niederungsvieh züchtet: „Wir haben uns hier ein Paradies geschaffen und das lassen wir uns nicht kaputt machen von einer reißenden Bestie, die unsere Vorfahren aus gutem Grund ausgerottet haben.“

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Angesichts von inzwischen mehr als 14.000 Wölfen in Europa mahnte Gregor Beyer vom Forum Natur an, den strengen Schutz für den Wolf zu lockern und ihn in das Jagdrecht aufzunehmen: „Für eine einzelne Art den Niedergang der Weidetierhaltung zu riskieren, die ihrerseits Lebensraum für viele seltene Tiere und Pflanzen bietet, ist unverantwortlich.“ Mario Borchert vom Netzwerk Wolfsfreie Städte und Gemeinden kündigte an, im Landtagswahljahr 2019 den Druck der Basis auf die Landesregierung zu erhöhen: „Die Menschen auf dem Lande wollen endlich eine Reduzierung der Wölfe. Wir lassen uns nicht mehr für dumm verkaufen.“

Gegen die Forderungen des Bauernbundes wendet sich aktuell der BUND Brandenburg, der eine Petition „für ein Wolfsmanagement mit intelligenten Lösungen“ gestartet hat. Darin wird Agrarminister Jörg Vogelsänger (SPD) aufgefordert, „den polemischen Forderungen von einigen Landnutzerverbänden wie dem Bauernbund Brandenburg nicht weiter nachzugeben“. Seine Anhänger motiviert der BUND mit den Worten: „Unterschreiben Sie jetzt, damit der Wolf in Brandenburg eine Zukunft hat.“

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