Der Dänen-Zaun und die Jagdkultur

An der deutsch-dänischen Grenze protestieren Europa-Fans gegen den Zaun, mit dem sich Dänemark gegen die Schweinepest schützen will. Warum protestiert kaum jemand gegen Luxemburg, das der Jagdgegner-Ideologie sogar in Krisenzeiten Vorrang gibt?

Wildschwein vor Zaun

Foto: steinchen

Logisch, Zäune passen nicht ins Bild vom friedlich geeinten Europa. Nicht gegen Flüchtlinge, die in den EU-Ländern bleiben sollen, die sich noch zur Hilfsbereitschaft bekennen. Aber Zäune gegen Tiere, die doch selbst den „Eisernen Vorhang“ regelmäßig überwunden haben?

Oberflächlich betrachtet, machen solche Fragen Sinn. Zum Ende gedacht eher nicht: Kaum ein europäisches Thema ist so ideologiebefrachtet wie Jagd und Wildtiere. Und Dänemark gehört – wie die anderen skandinavischen Länder – zu den Nationen, die dabei die Kirche im Dorf lassen.

Wahr ist: Die Dänen bauen den Schutzzaun nicht aus Angst vor deutschen Schweinen. Sie bauen ihn deshalb, weil im restlichen Europa von Einigkeit bei der Seuchenbekämpfung nicht viel zu spüren ist. Weil der Eindruck nicht weit hergeholt erscheint, dass mitunter Tierrechte wichtiger genommen werden als der Wirtschafts- und Ernährungsfaktor Landwirtschaft.

Das betrifft nicht nur die verbissene Jagdgegnerschaft in Luxemburg, sondern zum Beispiel auch Holland, das Wildgänse lieber vergasen als bejagen und verspeisen lässt. Oder schweizerische Kantone, die sich einen verlogenen Wildhüter-Luxus leisten. Es geht nicht allein um die Schweinepest, es geht um Ideologien. Letztlich auch um die Illusion, dass der Kontinent lebenswert bleibt, wenn wir die Natur gewähren lassen.

Dazu gehört, dass Skandinavier vor dem EU-Gerichtshof um ihre Jagdtradition streiten müssen. Zunächst um die Frage, ob sie ihre Kulturlandschaft und ihre Weideviehhalter gegen den Wolf verteidigen dürfen. Auf Sicht wohl auch darum, ob die Jagd noch zur EU-„Kultur“ passt.

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