Der Wolf und die Zäune

Jetzt ist es sogar Senckenberg amtlich. Auch bei Pinneberg hat ein Wolf vorschriftsmäßig gesicherte Schafe gerissen. Die Wolfsgemeinde reagiert mit der Forderung nach höheren Zäunen.

Wolf auf der Jagd

Foto: Dieter Hopf

Drei Wochen brauchte das „Nationale Referenzlabor“, um zu bestätigen, was Sachkenner schon bei der „Tatort“-Besichtigung in Westerhorn bei Pinneberg vermuteten: Die bisher als sicher geltenden Weidezäune können lernfähige Wölfe offenbar nicht aufhalten.

Damit hat sich auch die Hoffnung der Wolf-Fans erledigt, dass Hunde in die Koppel eingedrungen waren.  Noch schlimmer: Der amtliche Rissgutacher bestätigte, dass die Regeln für den Herdenschutz eingehalten wurden. Der Zaun entsprach auf volle Länge der amtlich empfohlenen Mindesthöhe von 105 Zentimetern und hatte keine Lücken.

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Offiziell war es in Schleswig-Holstein der erste Fall, bei dem ein Wolf derartige Elektrozäune überwunden hat. Wer sich im Internet umschaut, entdeckt allerdings reichlich Foto- und Videobeweise, die enorme Sprungkraft der Raubtiere belegen.

Das Kieler Umweltministerium will erst mal keine „unmittelbaren Konsequenzen“ ziehen. „Das Land evaluiert dauerhaft die angebotenen Herdenschutzmaßnahmen. Eine Zaun-Überwindung wäre dabei ein wichtiger Aspekt, Modifizierungen zu prüfen.“

Sollte sich der Vorfall wie in Westerhorn wiederholen, droht dem sprungfreudigen Tier Schlimmes: Dann könnten die betroffenen Weidetierhalter die Entnahme des Wiederholungstäters beantragen. Merke: Wer die Anforderungen an wirksamen Herdenschutz klein redet, um den Tierhaltern den Schwarzen Peter zuzuweisen, bringt offenbar die Wölfe in Gefahr.

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