Deutscher Jagdverband ruft „Jahr des Waschbären“ aus

Jäger und Naturschützer beobachten mit Sorge den Einfluss des Allesfressers auf die heimische Artenvielfalt.

Waschbär – Dieter Hopf

Foto: Dieter Hopf

Alles fing 1934 an, als in Hessen vier Waschbären ausgesetzt wurden. Seitdem treibt der Neubürger in den europäischen Wäldern schon sein Unwesen. Ohne nennenswerte Fressfeinde hat er sich rapide ausbreiten können – mit teilweise schwerwiegenden Folgen.

Der Waschbär richtet nicht nur Schäden an Dachböden und Gartenlauben an, der kleine Allesfresser hat auch einen negativen Einfluss auf die heimische Tierwelt. Besonders die stark bedrohte Europäische Sumpfschildkröte leidet unter dem Eindringling aus Nordamerika. Aber auch Vogelnester, Frösche und kleine Reptilien stehen auf dem Speiseplan des kleinen Räubers. Dadurch nimmt er einen empfindlichen Einfluss auf das Brutverhalten einiger heimischer Vögel.

Kürzlich hat die EU-Kommission den Waschbären in eine Liste mit 37 fremden, invasiven Arten aufgenommen, die europaweit zurückgedrängt werden sollen. Aus dem Grund hat der Deutsche Jagdverband (DJV) 2017 zum Jahr des Waschbären erklärt. Professor Dr. Jürgen Ellenberger, Präsident des Landesjagdverbandes Hessen, sieht die Fangjagd als effektivstes Mittel im Kampf gegen den nachtaktiven Räuber: „Diese ist absolut notwendig und muss unter Beachtung des Elterntierschutzes ganzjährig möglich sein, um seine weitere Ausbreitung zu verlangsamen.“ Deutschlandweit hat sich das Verbreitungsgebiet des Waschbären innerhalb der vergangenen sieben Jahre nahezu verdoppelt, was die Dringlichkeit der Maßnahmen verdeutlicht. Auch Naturschützer sind besorgt. Dr. Norbert Schneeweiß, Vorsitzender der Naturschutzstation Rhinluch, hofft auf die Unterstützung der örtlichen Jäger bei der Fangjagd und den Schutz von Nestern vor dem Zugriff.

Neben dem Waschbär haben auch Marderhund und Mink in Deutschland eine neue Heimat gefunden. Die Bedrohung durch den gestiegenen Räuberdruck könnte das heimische Ökosystem empfindlich stören.

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