Deutscher Wald: Bis zu zwei Milliarden Euro Schaden befürchtet

2018 bleibt als Dürrejahr nicht nur den Landwirten in trauriger Erinnerung. Auch Förster und Waldbesitzer klagen über enorme Schäden an stehenden Bäumen, Pflanzungen und geerntetem Holz.

Waldkiefer mit Sturmschäden

Foto: Redaktion

Der Deutsche Forstwirtschaftsrat (DFWR) hat mit einer Umfrage in den Bundesländern und bei verschiedenen Waldbesitzern eine erste Einschätzung über die Waldschäden des Dürrejahres 2018 getroffen, berichtet forstpraxis.de. „Das Schadausmaß für den deutschen Wald lässt sich im Moment auf fast zwei Milliarden Euro beziffern. Dabei sind die Folgen der Zuwachsverluste noch gar nicht berücksichtigt. Das genaue Schadausmaß werden wir voraussichtlich erst Mitte 2019 beurteilen können, wenn klar ist, wie viele Bäume den Trockenstress nicht überlebt haben“, erläuterte Georg Schirmbeck als Präsident des DFWR. Problematisch seien 2018 nicht nur die Dürre, sondern auch die vorangegangenen Stürme gewesen. Der Markt sei dadurch mit billigem Holz geflutet und auch die Holzlogistik bereitet nach wie vor Probleme. Schirmbeck fordert: „Wir müssen jetzt mit der Bundespolitik über notwendige Instrumente sprechen, die Waldbesitzende in Notlagen entlastet!“

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Insbesondere im sogenannten Waldumbau und damit der Abkehr von instabilen Monokulturen hin zu klimastabilen Mischwäldern sieht der Waldexperte die „Jahrhundertaufgabe“ der heutigen Generation. Waldbesitzer seien nicht „die Verursacher der Klimaveränderungen, sondern deren Opfer“. Der notwendige Umbau sei dementsprechend eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, „die jetzt entschlossen angepackt werden muss“. Konkret fordert Schirmbeck eine Aufstockung der Fördermittel für Waldbesitzer, Investitionen in forstliche Forschung und mehr Personal auf der Fläche. Aus der Politik sind bereits erste Reaktionen vernehmbar: Bundeslandwirtschaftsministerin Julua Klöckner (CDU) plane einen runden Tisch zwischen Ministerium und Verbänden, berichtet der Focus. „Es ist dramatisch. Die Schäden werden uns sehr lange begleiten und auch für kommende Generationen noch spürbar sein“, sagte die Ministerin bei einem Besuch in der Forstbetriebsgemeinschaft Bansow. Deswegen werde sie das Thema Wald auch bei der Agrarministerkonferenz im Herbst zur Sprache bringen.

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