Deutsches Umweltministerium will Einfuhr von Jagdtrophäen weiter verschärfen

Am Mittwoch befassen sich die EU-Artenschutz-Experten in Brüssel mit einem Vorschlag, der es in sich hat.

Zebras

Foto: Lafesta

Am Mittwoch werden in Brüssel die Experten der EU-Mitgliedsstaaten für Artenschutz tagen. Sie haben einen Vorschlag des deutschen Umweltministeriums auf dem Tisch, der im Falle seiner Annahme Auslandsjägern das Leben weiter erschweren wird.

Danach sollen Beamte in Zukunft bei der Einfuhr von Jagdtrophäen von Wildarten, die gar nicht gefährdet sind, in jedem Einzelfall eine umfangreiche wissenschaftliche Prüfung vornehmen. Diese Wildarten werden in den Gesetzesbestimmungen der Europäischen Union in einem sogenannten Anhang B geführt. Es handelt sich beispielsweise um häufige afrikanische Antilopen, Zebras oder Steinböcke. Sie würden in Zukunft bei der Einfuhr in die EU genau so behandelt wie Nashörner oder Elefanten. Die Heimatländer der Wildtiere müssten nach der Jagd in jedem Einzelfall nachweisen, dass die Entnahme des Tieres dem Überleben der Art nicht geschadet hat. EU-Länder mit jagdfeindlichen Regierungen könnten dann jeweils über den wissenschaftlichen Befund streiten und gegebenenfalls die Einfuhr verbieten lassen.

Die Regelung würde den bürokratischen Aufwand für Jäger erheblich erhöhen, ohne erkennbare Vorteile für den Artenschutz zu bringen.

Eine solche Regelung würde den bürokratischen Aufwand für den Jäger erheblich erhöhen, ohne erkennbare Vorteile für den Artenschutz mit sich zu bringen. Im Gegenteil könnte der Wildschutz in Afrika und Asien Schaden nehmen. In vielen Fällen trägt die Bejagung durch die erzielten Einkommen nämlich zur Sicherung dieser Wildarten und ihrer Lebensräume bei (wir berichteten). Vor allem im südlichen und östlichen Afrika hängen Millionen von Wildtieren und Wildnisgebiete von der Größe Mitteleuropas von der nachhaltigen und selektiven Jagd ab. Weitere bürokratische Einschränkungen der Jagd sind zwar ein Arbeitsbeschaffungsprogramm für Beamte in Brüssel und in den EU-Mitgliedsstaaten, schaden aber dem Naturschutz.

Schon heute sind die europäischen Bestimmungen viel strikter als die des Washingtoner Artenschutzabkommens (CITES). Durch solche neuen Regelungen, die über CITES hinausgehen, wird dieses Abkommen zunehmend ausgehöhlt. Es besteht die Gefahr, dass arme Entwicklungsländer sich vom Abkommen abwenden können. Vielen Entwicklungsländern in Afrika und Zentralasien fällt es zunehmend schwer, die überaus komplizierten Einfuhrbestimmungen der EU umzusetzen.

Im Jahre 2015 hatte die EU auf Betreiben der Bundesrepublik Deutschland bereits solche Einfuhrgenehmigungen für sechs Anhang-B-Tierarten eingeführt, nämlich für Löwen, Argali-Schafe, Elefanten, Nilpferde, Polarbären und Breitmaulnashörner. Unter Verletzung von EU-Recht und gegen die erklärte Meinung der wissenschaftlichen Expertengruppe der EU missbrauchen Frankreich und die Niederlande diese Regelungen für völlige Einfuhrstopps. Die EU-Kommission ist eigentlich verpflichtet, diesen Rechtsbruch durch ein Vertragsverletzungsverfahren zu ahnden, hat bisher aber nichts unternommen. 

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