Durchgedrehter Biber nimmt Geisel

Foto: Steve / Wikipedia.org

Nicht nur Wölfe oder Keiler können Menschen zu nahe kommen und gefährlich werden – auch Biber. Das hat jetzt ein besonders aggressives Exemplar in Lettland mehr als deutlich gemacht. In der Provinzstadt Daugavpils wurde ein nächtlicher Spaziergänger von einem Biber mit „gefletschten Zähnen“ überrascht und als Geisel genommen, wie der Weser-Kurier berichtet.

Sergej, so der Name des Opfers, wurde von dem aggressiven Tier ins Bein gebissen und sank unter Schmerzen zusammen. Als er wieder aufstehen wollte, um sich von dem „teuflischen Biber“ zu entfernen, biss dieser erneut zu. Der Biber war offensichtlich nicht gewillt sein Opfer aus den Augen, geschweige denn flüchten zu lassen. Als Sergej sich bewusst wurde, dass er sich wohl nicht alleine aus der misslichen Lage befreien konnte, rief er die Polizei um Hilfe. Das Problem: Der Polizist, der den nächtlichen Anruf angenommen hatte, hörte sich die irre Geschichte über den geiselnehmenden Biber an und legte prompt wieder auf.

Ein guter Freund von Sergej war der nächste auf dessen Anrufliste. Dieser legte dem Bericht zufolge zwar nicht auf, fing dafür allerdings lauthals an zu lachen. Nachdem Sergej seinen Freund vom Ernst der Lage überzeugen konnte, setzte dieser sich ins Auto und raste zum Ort der „Geiselnahme“ – so der Plan. Auf dem Weg wurde der viel zu schnelle Samariter jedoch von einem Polizisten angehalten. Auch diesem wurde die Geschichte des bösen Bibers erzählt, er glaubte sie jedoch ebenso wenig wie sein Kollege in der Notrufzentrale. Der Polizist führte dann, aufgrund der unglaublichen Geschichte, erst mal einen Alkoholtest durch.

Zum Glück für Sergej machten sich sein Freund und der ungläubige Polizist schließlich doch gemeinsam auf den Weg zum Tatort und fanden ihn und den böswilligen Biber. Nur konnten auch sie den verletzten Spaziergänger nicht aus den Fängen des Geiselnehmers befreien, denn sie wurden dem Bericht zufolge bei ihrer Ankunft ebenfalls Opfer der Wut des Tieres. Sie wollten und durften dem Biber sowieso nichts antun, da die Tiere in Lettland geschützt sind. Erst nach Absprache mit der Zentrale und dem Hinzuziehen des Notdienstes für Tierschutzangelegenheiten, konnten die drei hilflosen Männer gerettet werden.

Für Sergej endete der Spaziergang im Krankenhaus, wo er mit 15 Stichen genäht werden musste. Für den bösen Biber ging die Geschichte deutlich glimpflicher aus – er konnte ohne zugefügten Schaden verscheucht werden. Warum der Biber derart aggressiv auf einen Menschen reagierte, erklärt Mihails Pupins, der Chef des örtlichen Zoos. Demnach seien männliche Biber besonders dann sehr aggressiv und könnten zu einer Bedrohung für den Menschen werden, wenn sie ihren Biberbau verlassen müssen und heimatlos sind. Dann seien sie in höchster Alarmbereitschaft. Das einzige was den Menschen dann übrig bleibe, sei wegzurennen – wenn der Biber nicht schon zugebissen hat.

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