Ein Brandbrief von der Wildmeister-Legende

Der Widerstand gegen die Jagdmethoden im hessischen Staatsforst nimmt Fahrt auf.

Rotwild

Foto: herbert2512

Wieder mal ein Offener (Jäger-)Brief an Hessens Umweltministerin Priska Hinz (Grüne): Diesmal bittet eine Berufsjäger-Legende um Gnade für das Reh- und Rotwild im Staatsforst. In der Forstwirtschaft, schreibt Wildmeister Dieter Bertram der Grünen-Politikerin, sei ein „Konzept der Kriegsführung entstanden: Töten und Aushungern“.

Nicht nur als wortgewaltiger Anwalt der Wildtiere und der Waidgerechtigkeit hat Dieter Bertram einen guten Namen. Auch sein Engagement für Natur- und Artenschutz beweist er als Geschäftsführer der „Gesellschaft zur Erhaltung der Raufußhühner“. Dass die Ministerin für die bedrohten Hühnervögel auf der Rhön die umstrittene Raubzeug-Schonung aufhob, ist auch sein Erfolg.

Nun bittet Bertram diese Ministerin auch für das Schalenwild um Vernunft: Die nun bekannt gewordenen „Grundsätze für die Jagd im Hessischen Staatswald“ seien angetan, dass der Grundsatz des Bundesjagdgesetzes („Mit Jagdrecht ist die Pflicht zur Hege verbunden“) in Hessen „über Bord geworfen“ werde.

„Wir werden Jäger anprangern“, droht der alte Fahrensmann, „die als Erfüllungsgehilfen und Handlanger den Forstministerien zu Diensten sind, beim Vernichtungsfeldzug gegen das Wild.“

Dabei werde der guter Tradition verbundene Teil der Jägerschaft nicht zurückschrecken, vor dem Ministerium „LKW-Ladungen mit gesammelten Wildkadavern abzukippen, die bei den Massenveranstaltungen sogenannter „Waldschutz-Jagden“ zur Strecke kommen und für den menschlichen Verzehr ungeeignet sind, weil sie gehetzt wurden und schlechte Schüsse aufweisen.“

„Das Wild und die Jagdkultur werden wir nicht einem Kreis von Dilettanten überlassen“, schreibt der Wildmeister. Und er verwendet ein Argument, das auch Tierschützer aus „grünen“ Kreisen gerne anwenden, wenn es um den Wolf geht: „Reh- u. Rotwild, in den Bergen das Gamswild, sind nicht die Schmuddelkinder der Tierwelt, die den deutschen Wald vernichten, sie sind die Ureinwohner und hatten lange Wohnrecht vor der Forstwirtschaft und der Tourismusindustrie“.

Anbei der „Offene Brief“ im Original:

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