Enthauptetes Wildschwein gibt Rätsel auf

Die große Nachfrage nach Wildbret ist eine mögliche Ursache für die sich häufenden Wilderei-Fälle – allerdings erklärt sie nicht den aktuellen Fund in Ebersberg.

Wildschwein

Symbolbild

In Süddeutschland ist Wilderei leider ein großes Thema – wie immer wieder auch in anderen Teilen der Bundesrepublik (wir berichteten). Aktuell sorgt ein besonders dreister Fall von Wilderei im bayerischen Ebersberg bei der Polizei und der Jägerschaft für Aufsehen. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, fand Jäger Jürgen Hörmann am Montag vor einer Woche einen Wildschwein-Kadaver in seinem Jagdrevier. Besonders grausig: Der Keiler lag in einer Blutlache und er war enthauptet worden, der Kopf fehlte. Nach dem aktuellen Ermittlungsstand glauben Polizei und Jäger, dass es sich bei dem Täter um den gleichen Schützen handelt, der schon im Sommer zwei Wildschweine tötete, einem von ihnen den Kopf abtrennte und die Kadaver im Wald zurückließ.

Der Bayerische Jagdverband nimmt an, dass sich die Wilderer im Freistaat mehren, weil die Nachfrage nach dem wertvollen Wildbret immer mehr steigt. Diese Vermutung erklärt jedoch nicht den aktuellen Fall – Hörmann hält einen Trophäensammler für wahrscheinlich. Im Interview mit der Süddeutschen Zeitung erklärt er: „Der Wilderer hat es auf Keiler, also männliche Wildschweine, abgesehen. Ich vermute, dass er sich für ihre Kieferzähne interessiert.“ Dafür spreche, dass der Wilderer im Sommer bei der Sau den Kopf drangelassen habe. Dieser Fall sei jedoch eher ungewöhnlich – in den meisten Fällen ginge es den Wilderern nicht um die Trophäen, sondern um das Fleisch.

Nicht nur im Ebersberger Forst sind Wilderer unterwegs, auch aus den Landkreisen um München wird von einem wachsenden Wilderei-Problem berichtet. BJV-Pressesprecher Thomas Schreder geht zudem von einer hohen Dunkelziffer aus, weil viele Wilderer bei ihren Taten keine Spuren zurücklassen. Die getöteten Wildtiere werden mitgenommen, ihr Fleisch wird gegessen. Im Gegensatz zu Jägern gehen Wilderer nicht waidmännisch vor: Durch den Einsatz von ungeeigneter Munition und Ausrüstung ist es wahrscheinlicher, dass ein Tier nicht tödlich getroffen wird, sondern langsam und qualvoll stirbt.

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