Erneuter Schlag gegen die vietnamesische Elfenbeinmafia in Deutschland

Elfenbein-Fund

Symbolbild: Dr. Rolf Baldus

Nach monatelangen Ermittlungen haben Zoll und andere Behörden zugeschlagen: In einer Industriehalle bei Koblenz wurden jetzt 570 Kilogramm Elfenbein sichergestellt. Im Wesentlichen handelt es sich um unverarbeitetes Elfenbein, also ganze Stoßzähne oder abgesägte Teile davon.

Maschinen zum Zersägen und Bearbeiten von Stoßzähnen wurden ebenfalls beschlagnahmt. Die Polizei hat zwei Tatverdächtige festgenommen. Dabei soll es sich um Vietnamesen handeln. Die Aktion steht im direkten Zusammenhang mit der Entdeckung von 625 Kilogramm Elfenbein am Berliner Flughafen Schönefeld am 20. Mai. Damals sollte das Elfenbein nach Vietnam gehen. Die nachfolgenden Ermittlungen führten zu den jetzt festgenommenen Personen.

Offenbar gibt es europaweit agierende vietnamesische Banden, die legales und illegales Elfenbein in der EU aufkaufen, um es nach Asien zu bringen. Ähnliche Beschlagnahmen gab es schon in anderen Ländern, etwa in Spanien. Grundsätzlich dürfte altes Elfenbein, das vor 1975, dem Inkrafttreten des Washingtoner Artenschutzübereinkommens, legal erworben und mit den entsprechenden CITES-Papieren versehen ist, ausgeführt werden. Allerdings haben fünf EU-Staaten dies inzwischen verboten, darunter auch die Bundesrepublik Deutschland. Das groß angelegte Beschaffen von Elfenbein in Europa für den Export erinnert an Banden, die vor einigen Jahren überall in Europa Rhinozeros-Hörner kauften oder stahlen, ebenfalls für die Ausfuhr nach Vietnam und China.

Nach den bisherigen Erkenntnissen ist davon auszugehen, dass es sich bei dem beschlagnahmten Elfenbein nicht um Zähne von frisch gewilderten Tieren handelt. Näheres wird man aber erst wissen, wenn das Elfenbein auf Alter und Herkunft untersucht wurde. Neue Analyseverfahren erlauben dies und liefern brauchbare Ergebnisse. „Heutzutage kann man mit genetischen oder isotopischen Methoden die Herkunft von Elfenbein auf 500 bis 800 Kilometer genau feststellen“, sagt Stefan Ziegler vom WWF, der ein wissenschaftliches Projekt des Bonner Bundesamts für Naturschutz zur Alters- und Herkunftsbestimmung von Elfenbein leitet. Für die Entwicklung des Verfahrens hatte der Internationale Jagdrat CIC zahlreiche Elfenbeinproben von Afrikajägern beschafft.

Das könnte Sie auch interessieren
Aktuell & informativ

DER OUTFOX WORLD NEWSLETTER

Aus der Natur direkt in Ihr Postfach.

Folgen Sie uns!